Deine Katzen vertragen sich nicht
Beim Streit nie mit den Händen dazwischengehen
Zwei Stellen, an denen Menschen verletzt werden: Fass niemals eine Katze an, die faucht, knurrt oder erregt ist. Sie leitet die Erregung auf das um, was gerade erreichbar ist. Und heb Katzen niemals hoch, um sie zu trennen. Schieb stattdessen ein großes Handtuch, einen Karton oder eine Platte dazwischen.
Kurze Auseinandersetzungen, nach denen beide wieder ihrer Wege gehen, gehören zum Zusammenleben von Katzen. Ist eine Katze oder ein Mensch verletzt oder frisst eine seit einem Tag nichts, ruf heute in der Tierarztpraxis an. Versteckt sich eine mehr als die Hälfte des Tages, macht sie neben das Klo oder hat sich das Verhältnis nach einer guten Zeit verändert, lass beide untersuchen. Eine Verhaltensänderung kann ebenso auf eine Erkrankung hinweisen. Bei etwa der Hälfte der Haushalte bleiben die Zeichen über die Zeit gleich häufig, bei knapp der Hälfte werden sie seltener, bei wenigen häufiger; fang deshalb heute mit den Engstellen an, statt abzuwarten.
Der Selbsttest geht die Zeichen zwischen den beiden, die Wohnung und die Vorgeschichte durch und sagt dir, wie dringend es ist und womit du anfängst.
Seit wann ist es zwischen ihnen angespannt?
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Auf dieser Seite: 10 Abschnitte
- Die lautesten Zeichen sind die seltensten
- Welches Zeichen wie schwer wiegt
- Wenn es früher ging und jetzt nicht mehr
- Wann du in der Tierarztpraxis anrufst
- Seit dem Tierarztbesuch, seit der Narkose
- Die Stellen, an denen es passiert
- Nach einem Streit
- Die Sache mit der Rangordnung
- Was ein gutes Ergebnis ist
- Häufige Nachfragen
Die lautesten Zeichen sind die seltensten
Achte auf sieben Zeichen. Verfolgen, Starren, Anpirschen, Schwanzzucken und Fliehen sieht der überwiegende Teil der Mehrkatzenhaushalte, Fauchen schon weniger, Jaulen und Schreien die wenigsten.
Fast neun von zehn Mehrkatzenhaushalten sehen mindestens eines der sieben; als Problem erlebt die Auseinandersetzungen davon etwa jeder fünfte. Zähl neben den lauten auch die leisen Zeichen mit, dazu Weggehen, Verstecken und das Blockieren einer Engstelle: Eine Katze, die im Türrahmen sitzt, scheint nichts zu tun; trotzdem kommt die andere dort nicht vorbei.
Welches Zeichen wie schwer wiegt
Wie oft ein Zeichen vorkommt, sagt noch nicht, wie viel es über das Verhältnis der beiden aussagt. Am meisten sagt Fauchen, wenn es jede Woche vorkommt, danach Fliehen und Schwanzzucken; ein einzelnes Fauchen, nach dem beide auseinandergehen, ist ein Abstandssignal und für sich kein Grund zur Sorge. Am wenigsten sagt Verfolgen. Dass es im Spiel ebenso vorkommt wie im Ernstfall, kann erklären, warum es so wenig aussagt.
Diese Reihenfolge beruht auf der Einschätzung von Haltern, gemessen am Tier ist sie nicht; als Richtschnur für deine Zählung ist sie trotzdem brauchbar. Ob gespielt oder gestritten wird, erkennst du an Stimme, Richtung, Pausen und Körperkontakt, beurteilt über mehrere Tage (wie du die vier Merkmale prüfst).
Wenn es früher ging und jetzt nicht mehr
Lass beide in der Tierarztpraxis untersuchen, bevor du an ihrer Beziehung arbeitest. Vier Ursachen gehören dabei auf die Liste:
- Schmerz. Eine Katze mit Schmerzen kann Begegnungen früher ausweichen oder sie schärfer beenden.
- Veränderungen an den Gelenken. Eine Katze, die nicht mehr auf den Schrank kommt, verliert einen sicheren Platz und einen Fluchtweg.
- Erkrankungen der oberen Atemwege. Sie können den Geruchssinn stören, über den Katzen sich zu einem großen Teil verständigen.
- Mehrere Befunde gleichzeitig bei einer älteren Katze.
Erwähn beim Anruf auch Kratzen an Möbeln, Urinmarkieren, ein anderes Fressverhalten oder einen neuen Schlafplatz.
Wann du in der Tierarztpraxis anrufst
- Heute noch, wenn eine Katze oder ein Mensch verletzt ist, nach einer Auseinandersetzung Fell oder Blut liegt, eine Katze seit einem Tag nichts frisst oder häufig aufs Klo geht und kaum etwas absetzt. Bisswunden sind klein, schnell übersehen und entzünden sich häufig.
- In den nächsten Tagen, wenn eine Katze mehr als die Hälfte des Tages versteckt verbringt, wenn es häufig, heftig oder anhaltend zu Kämpfen kommt oder wenn gleichzeitig etwas Neues dazukommt: Urin oder Kot außerhalb des Klos, weniger Appetit, ein anderes Schlafverhalten, kahl geleckte Stellen im Fell.
- Beobachten kannst du, wenn gelegentlich gefaucht wird und sonst nichts davon zutrifft.
Für den Weg danach gilt eine Faustregel: Je länger das Verhältnis angespannt ist und je offener die Auseinandersetzungen ausgetragen werden, desto eher gehört der Fall in eine verhaltensmedizinisch arbeitende Tierarztpraxis.
Seit dem Tierarztbesuch, seit der Narkose
Kommt eine der beiden aus der Praxis und wird angefaucht, kann das am Geruch liegen, der sie für die andere vorübergehend fremd macht. Haben sich die beiden vorher gut verstanden, lass sie zusammen und behalte sie die erste Stunde im Blick. War schon vorher Spannung da, halt die heimkehrende Katze getrennt und führ sie schrittweise wieder ein, nach einer Narkose erst, wenn sie sich erholt hat.
Die Stellen, an denen es passiert
Läuft der Konflikt schon länger, geh die Engstellen ab: Flure, Treppenabsätze, Türrahmen und den Weg zur Katzentoilette. Die Katze, die den Weg besetzt, wirkt dabei oft entspannt; belastet sein können trotzdem beide.
Jedes Versteck und jeder erhöhte Platz soll zwei Zugänge haben, damit dort niemand abgeschnitten werden kann. Als Anzahl gilt ein sicherer Ort mehr, als Katzen bei euch leben, verteilt auf verschiedene Höhen. Die Futterplätze gehören außer Sichtweite voneinander. Geraten die beiden an einer Stelle regelmäßig aneinander, stell dort eine Sichttrennung auf, etwa einen Karton oder ein Regal.
Nach einem Streit
Nach einer offenen Auseinandersetzung bleiben beide getrennt und ohne Kontakt, bis sie zur Ruhe gekommen sind; rechne mit einigen Stunden bis wenigen Tagen. Straf keine der beiden. Sucht eine deine Nähe, sobald sie sich beruhigt hat, kannst du ihr Zuwendung geben.
Mussten sie länger getrennt bleiben, tausch etwa eine Woche lang täglich den Geruch aus, bevor sie sich wiedersehen, und führ sie dann in Stufen zusammen. Zeigt eine der beiden dabei Spannung, geh eine Stufe zurück und bleib dort, bis beide wieder entspannt sind. Woran du erkennst, dass die nächste Stufe dran ist, steht auf der Seite zu den Phasen.
Die Sache mit der Rangordnung
Eine verbreitete Erklärung lautet, eine wolle die andere unterordnen. Such stattdessen nach dem Platz, dem Weg oder dem Napf, um den die beiden konkurrieren; Rangordnungen sind bei frei lebenden Katzen eine Folge der Verhältnisse und keine Grundlage. Warte nicht darauf, dass die beiden es unter sich klären, und zwing sie ebenso wenig zu einer Begegnung.
Was ein gutes Ergebnis ist
Zwei Ergebnisse zählen als gut: überwiegend freundliches Verhalten oder Toleranz mit gelegentlicher milder Spannung, solange das Wohlbefinden der Tiere darunter nicht leidet. Toleranz heißt aneinander vorbeigehen, einen Raum teilen oder sich einen Platz zeitlich aufteilen, ohne sich umeinander zu kümmern: Eine schläft tagsüber auf dem Bett, die andere nachts.
Etwa jeder achte Halter von zwei Katzen beschreibt die Beziehung der beiden als schlecht. Bleibt es trotz Untersuchung, geänderter Wohnung und schrittweiser Wiedereinführung dabei, gehört der Fall in eine verhaltensmedizinisch arbeitende Tierarztpraxis. Dort lässt sich klären, ob die beiden dauerhaft in getrennten Bereichen leben können oder ob eine von ihnen ein anderes Zuhause braucht.
Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus zwei großen Befragungen von Katzenhaltern, die Grenze beim Verstecken aus den fachlichen Empfehlungen zur Spannung zwischen Katzen; die Einzelheiten stehen unter Wie wir arbeiten.
Was du heute noch tun kannst
- Geh die Engstellen ab: Flur, Treppenabsatz, Türrahmen und den Weg zur Katzentoilette. Findest du eine Stelle, an der nur ein Weg vorbeiführt und an der die beiden aneinandergeraten, schaff dort einen zweiten Weg: ein Regalbrett an der Wand, einen Hocker oder einen freigeräumten Durchgang.
- Zähl ab heute sieben Tage lang, wie oft du jedes der sieben Zeichen siehst, ein Strich je Beobachtung. Das ist dein Ausgangswert. Nach vier Wochen zählst du wieder sieben Tage. Sind Fauchen und Fliehen seltener geworden, behalt bei, was du geändert hast. Sind sie gleich geblieben oder häufiger, lass beide untersuchen, falls das noch nicht geschehen ist, und such dir danach eine verhaltensmedizinisch arbeitende Tierarztpraxis.
Häufige Nachfragen
Seit der Kastration faucht die eine die andere an.
Nach der Narkose riecht die kastrierte Katze nach der Praxis und ist für die andere vorübergehend fremd. Warte, bis sie sich vollständig erholt hat; haben sich die beiden vorher gut verstanden, lass sie danach zusammen. Legt es sich nach ein paar Tagen nicht, oder war vorher schon Spannung da, führ sie in Stufen wieder zusammen.
Helfen Pheromone gegen die Spannung?
Einen Pheromonverdampfer kannst du als Zusatz ausprobieren, Fachleute empfehlen ihn. Eine erste kleine Untersuchung spricht für eine Wirkung, bestätigt ist sie nicht. Nötig ist er für die übrigen Schritte nicht; die Wohnung und die Untersuchung ersetzt er nicht.
Das Wort Pheromon darf jeder auf eine Packung schreiben, es ist rechtlich ungeschützt. Wenn du eines kaufst, schau nach, ob wirklich ein Nachbau eines Katzenpheromons drin ist.
Sie vertragen sich seit dem Umzug nicht mehr.
Umzug, Renovierung und eine fremde Katze vor dem Fenster haben je ein eigenes Vorgehen. Beim Umzug nimm die Katzenmöbel mit, damit vertraute Gerüche mitkommen, und öffne die neue Wohnung schrittweise. Bei einer Renovierung lass die Möbel der Katzen stehen und arbeite in Abschnitten. Gegen eine fremde Katze draußen häng eine Sichtblende in den unteren Fensterbereich.
Was passiert bei euch?
Klick auf das, was am ehesten zutrifft. Jede dieser Seiten erklärt genau ihren Fall und hat den Test eingebaut.
Was die Zeichen bei euch ergeben
Ein paar Fragen zu den Zeichen zwischen den beiden, zu eurer Wohnung und zur Vorgeschichte. Am Ende steht, wie dringend es ist und womit du anfängst.
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