Deine Katze versteckt sich
Nicht unter das Bett greifen, bei diesen Zeichen heute anrufen
Zwei Dinge vorweg: Greif nicht unter das Bett, um sie hervorzuholen: Eine Katze, die sich duckt oder faucht, kann dabei beißen oder kratzen. Ruf heute in deiner Tierarztpraxis an, wenn sie seit einem Tag nichts frisst, schnell oder mit offenem Maul atmet, häufig aufs Klo geht und kaum etwas absetzt oder gar nicht mehr herauskommt.
Eine Katze, die sich seit ein paar Tagen den ganzen Tag verkriecht, gehört als Erstes in eine Tierarztpraxis. Rückzug kann bei Katzen eines der ersten Zeichen einer Erkrankung sein. Lebt eine zweite Katze bei euch und verbringt eine der beiden mehr als die Hälfte des Tages im Versteck, gilt das als Zeichen ernsthafter Spannung, es sei denn, sie ist gerade erst eingezogen. In beiden Fällen ist der erste Schritt der Anruf in der Praxis.
Der erste Schritt ist der Anruf in deiner Tierarztpraxis. Sag dort, seit wann sie sich zurückzieht, wie viel im Napf bleibt und wann sie herauskommt. Danach hängt der Weg davon ab, was bei euch noch dazukommt.
- Wenn eine zweite Katze bei euch lebt: Test zur Spannung zwischen Katzen
- Wenn zusätzlich etwas neben dem Klo landet: Test zur Unsauberkeit
- Wenn sie erst vor Kurzem eingezogen ist: Die ersten Tage im neuen Zuhause
Jeder dieser Tests ist kostenlos und ohne Anmeldung. Das Ergebnis siehst du sofort.
Auf dieser Seite: 10 Abschnitte
- Was ein Versteck für eine Katze leistet
- Die Grenze, an der es zu viel wird
- Warum der Körper vor der Deutung kommt
- Was du bis zum Termin aufschreibst
- Wenn noch eine Katze im Haushalt lebt
- Wenn sie erst vor Kurzem eingezogen ist
- Was sich sonst geändert haben kann
- Was hilft, solange sie sich zurückzieht
- Wann der Anruf nicht bis morgen wartet
- Häufige Nachfragen
Was ein Versteck für eine Katze leistet
Ein Versteck ist für eine Katze ein sicherer Ort, der Ausweg aus einer Lage, die ihr zu viel wird. Lass es ihr und stell zusätzlich einen zweiten Rückzugsort auf, den du einsehen kannst, etwa einen Karton auf der Seite mit einem Handtuch darin. Dann siehst du, wie sie liegt und wie sie atmet, ohne die Hand auszustrecken.
Verstecken allein ist normal. Wichtig sind der Umfang und die Veränderung: Wie viel vom Tag ist es, und seit wann ist es mehr als vorher?
Die Grenze, an der es zu viel wird
Verbringt eine Katze mehr als die Hälfte des Tages im Versteck, obwohl die Auseinandersetzungen mild sind, gilt das in Haushalten mit mehreren Katzen als Zeichen ernsthafter Spannung. Die Grenze beruht auf der Einschätzung von Fachleuten, gemessen ist sie nicht; nimm sie als Richtwert. Für eine allein lebende Katze gibt es keinen.
Schätz über einen ganzen Tag: Mach einen Strich mit Uhrzeit, wenn du sie außerhalb des Verstecks siehst; morgens zeigen Napf und Klo, ob sie nachts draußen war. Siehst du sie über drei Tage fast nur zum Fressen oder gar nicht, sag das beim Anruf in der Praxis.
Warum der Körper vor der Deutung kommt
Lass körperliche Ursachen ausschließen, bevor du das Verhalten deutest. Eine Verhaltensänderung kann ebenso auf eine Erkrankung hinweisen. Bei einer ernsten Erkrankung kann Rückzug das Erste sein, was auffällt. Welche Ursachen infrage kommen, steht auf der Seite Sie vertragen sich nicht.
Geh vor dem Termin sechs Bewegungen durch: Rennen, Hinaufspringen, Hinunterspringen, Treppe hinauf, Treppe hinunter und Jagen. Vergleich jede damit, wie sie es vor zwei Jahren gemacht hat, und notier, was sich verändert hat.
Die sechs Bewegungen folgen einem tierärztlichen Kurzbogen für Schmerz an den Gelenken. Die Formulierungen hier sind eigens geschrieben und nicht an Katzen geprüft; die Quelle steht auf Wie wir arbeiten.
Was du bis zum Termin aufschreibst
- Seit wann. Innerhalb weniger Tage entstanden ist etwas anderes als über Wochen gewachsen.
- Was im Napf bleibt, über drei Tage; mehrere Katzen fütterst du dafür getrennt.
- Trinken und Klo. Mehr Urin als früher, Kot, der ausbleibt, oder ein Klo, das über Nacht unbenutzt bleibt. Geht sie häufig hin und kommt kaum etwas, ruf sofort an.
- Wann sie herauskommt: nachts, zur Fütterung oder gar nicht.
- Was sich sonst verändert hat. Meidet sie einen Platz, an dem sie lange gelegen hat, kann dort etwas vorgefallen sein, oder sie erreicht ihn nicht mehr. Dazu kahl geleckte Stellen im Fell, meist innen an den Hinterbeinen oder am Bauch.
Wenn noch eine Katze im Haushalt lebt
Auch Katzen, die gut miteinander auskommen, sind viel Zeit außer Sichtweite voneinander. Eine Katze, die den Vormittag auf dem Schrank verbringt und zum Fressen herunterkommt, nutzt ihre Wohnung; eine Katze, die unter dem Bett bleibt, bis die andere schläft, richtet ihren Tag nach der anderen aus.
Führt ihr Weg zu Napf, Klo oder Schlafplatz an einer Stelle vorbei, an der regelmäßig die andere sitzt oder sie anstarrt, kann das Verstecken daher kommen. Stell dann Futter, Wasser und ein Klo so, dass sie diese Stelle nicht passieren muss, und schaff dort einen zweiten Weg (wie du Engstellen entschärfst).
Wenn sie erst vor Kurzem eingezogen ist
Dann ist Rückzug zu erwarten. Kommt sie von Tag zu Tag öfter heraus, frisst sie und benutzt sie das Klo, gib ihr Zeit; frisst sie seit einem Tag nichts oder kommt gar nicht heraus, ruf in der Praxis an. Mehr dazu steht auf der Seite Die neue Katze versteckt sich.
Was sich sonst geändert haben kann
Auch ein Umzug, eine fremde Katze vor dem Fenster oder ein Todesfall im Haushalt können Rückzug auslösen. Hilfreich ist dann mehr von dem, was sie ohnehin braucht: sichere Plätze auf verschiedenen Höhen, kurze Spielzeiten und Zuwendung, die sie selbst beenden kann.
Einen Pheromonverdampfer kannst du bei solchen Auslösern als Zusatz dazunehmen; Fachleute empfehlen ihn. Eine erste kleine Untersuchung spricht für eine Wirkung, bestätigt ist sie nicht, und nötig ist er für die übrigen Schritte nicht. Wenn du einen kaufst, sieh nach, ob wirklich ein Nachbau von Katzenpheromonen enthalten ist, denn das Wort Pheromon darf jeder auf eine Packung schreiben.
Was hilft, solange sie sich zurückzieht
- Kurze Wege. Futter, Wasser und ein Klo in ihrer Nähe, ohne offene Fläche dazwischen; bei mehreren Katzen steht ihr Napf außer Sichtweite der anderen.
- Zwei Zugänge an jedem Versteck und jedem erhöhten Platz, damit dort niemand abgeschnitten werden kann.
- Anwesend sein, ohne etwas zu wollen. Setz dich in denselben Raum und lies; die Annäherung geht von ihr aus.
- Locken statt holen, mit einer Rute oder einem Leckerbissen in Reichweite des Verstecks.
Wann der Anruf nicht bis morgen wartet
- Sie frisst seit einem Tag nichts. Bei Katzen ist eine längere Nahrungspause selbst ein Risiko, unabhängig von ihrer Ursache.
- Die Atmung ist schnell, angestrengt oder läuft über das offene Maul.
- Sie geht häufig aufs Klo, presst und es kommt kaum etwas. Bei Katern kann eine verstopfte Harnröhre innerhalb von ein bis zwei Tagen lebensbedrohlich werden.
- Sie kommt gar nicht mehr heraus, auch nachts nicht; Napf und Klo bleiben unberührt.
- Eine Verletzung. Bisswunden bei der Katze sind klein, schnell übersehen und entzünden sich häufig.
Die Grenze bei der Hälfte des Tages stammt aus den fachlichen Empfehlungen zur Spannung zwischen Katzen, der Vergleichswert für Katzen, die gut miteinander auskommen, aus einer Beobachtung von Katzenpaaren in Wohnungen; die Einzelheiten stehen unter Wie wir arbeiten.
Was du heute noch tun kannst
- Mach einen Strich mit Uhrzeit, sobald du sie außerhalb des Verstecks siehst, und sag die Zahl beim Anruf in der Praxis. Kommt sie gar nicht heraus, warte damit nicht.
- Ruf in der Tierarztpraxis an und sag im ersten Satz, seit wann sie sich zurückzieht und wie viel sie frisst.
Häufige Nachfragen
Wie lange ist Verstecken normal?
Eine gemessene Dauer gibt es dafür nicht. Aussagekräftiger ist die Richtung: Kommt sie diese Woche öfter heraus als letzte Woche, frisst und trinkt sie und benutzt sie das Klo, gib ihr weiter Zeit. Bleibt es gleich oder wird es weniger, ruf in der Praxis an; lebt eine zweite Katze bei euch, mach danach den Test zur Spannung zwischen Katzen.
Soll ich sie herausholen?
Locken ja, greifen nein. Muss sie für die Fahrt in die Praxis heraus, geht das über den Raum: Tür zu, Transportbox offen auf den Boden, Handtuch darüber und den Zugang zu den anderen Verstecken vorher schließen.
Sie versteckt sich nur, wenn Besuch da ist.
Dann braucht sie einen Ort, den niemand betritt: ein Zimmer mit geschlossener Tür, Wasser, Klo und einem Platz in der Höhe. Ist sie eine Stunde nach dem Besuch wieder da und frisst normal, geht es um den Besuch; bleibt sie verschwunden, um etwas anderes.