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Sie faucht, seit sie vom Tierarzt zurück ist

Zuerst das Wichtigste

Beim Streit nie mit den Händen dazwischengehen

Zwei Stellen, an denen Menschen verletzt werden: Fass niemals eine Katze an, die faucht, knurrt oder erregt ist. Sie leitet die Erregung auf das um, was gerade erreichbar ist. Und heb Katzen niemals hoch, um sie zu trennen. Schieb stattdessen ein großes Handtuch, einen Karton oder eine Platte dazwischen.

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Nach einem Termin riecht eine Katze nach der Praxis und ist für die andere damit vorübergehend fremd. Haben sich die beiden vorher gut verstanden, lass sie zusammen und behalte sie die erste Stunde im Blick; Fauchen in der Zeit danach kann dazugehören. War vorher schon Spannung da, halt die heimkehrende Katze in einem eigenen Zimmer und führ sie wieder ein wie eine neue Katze: erst über den Geruch, dann über Sicht. Nach einer Narkose wartest du damit, bis sie wieder sicher läuft, frisst und sich putzt.

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Der Selbsttest geht die Zeichen zwischen den beiden, die Wohnung und die Vorgeschichte durch und sagt dir, wie dringend es ist und womit du anfängst.

Seit wann ist es zwischen ihnen angespannt?

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Auf dieser Seite: 8 Abschnitte
  1. Warum ein Vormittag reicht
  2. Die Bedingung, an der das Verfahren hängt
  3. Der Ablauf, wenn er nötig wird
  4. Wenn sie dich anfaucht
  5. Was nach einer Narkose zusätzlich gilt
  6. Wenn es nach ein paar Tagen nicht aufhört
  7. Was sich vor dem nächsten Termin vorbereiten lässt
  8. Häufige Nachfragen

Warum ein Vormittag reicht

Katzen, die zu einer Gruppe gehören, gleichen ihren Geruch ständig aneinander an, indem sie Wange, Kinn und Schläfe an Möbeln, Türrahmen und aneinander reiben. Eine Katze, die aus der Praxis kommt, riecht nach dem Wartezimmer, nach Reinigungsmitteln und nach ihrer eigenen Anspannung. Damit fehlt ihr vorübergehend der gemeinsame Geruch, und die Katze, die zu Hause geblieben ist, reagiert auf eine Fremde in ihrem Bereich.

Die Bedingung, an der das Verfahren hängt

Das Wiedereinführen gilt nur für einen Fall: wenn zwischen den beiden schon vor dem Termin Spannung zu sehen war. Dann halt die heimkehrende Katze zunächst getrennt und führ sie wie bei einer Zusammenführung wieder ein.

Gab es schon davor Starren an Engstellen, Ausweichen auf dem Weg zum Napf oder eine Katze, die einen großen Teil des Tages oben verbrachte, gilt das Wiedereinführen für euch. Waren dagegen freundliche Zeichen da, gegenseitiges Putzen, Schlafen mit Körperkontakt oder Nasenkontakt zur Begrüßung, lass die beiden zusammen; ein wochenlanges Trennungsprogramm nach einem Routinetermin brauchst du dann nicht.

Der Ablauf, wenn er nötig wird

Links stehen Klo und Näpfe in einer Ecke, zu der ein Weg führt. Rechts hat jede Katze ihren eigenen Satz. Beide Wege lassen sich gehen, ohne sich zu begegnen.

Die heimkehrende Katze bekommt ein Zimmer mit Futter, Wasser, Klo und Versteck und einer Tür, die vollständig schließt; die beiden sollen sich zunächst weder sehen noch begegnen.

  1. Geruch. Weiche Tücher wandern täglich zwischen den Räumen hin und her und werden abwechselnd bei beiden über Wange, Kinn und Schläfe gerieben, bis beide sie ohne Reaktion liegen lassen. Rechne dafür mit etwa einer Woche.
  2. Sicht. Erst über eine durchsichtige Trennung, ein Gitter oder einen Türstopper.
  3. Nähe. Überwacht, jeweils fünf bis zwanzig Minuten am Stück; beide bekommen dabei gleichzeitig etwas Angenehmes.

Über allen Stufen steht dieselbe Regel: Zeigt eine der beiden Spannung, geh eine Stufe zurück und bleib dort, bis beide wieder entspannt sind. Woran eine Stufe endet, steht auf der Seite zu den Phasen.

Was hier gemessen ist und was nicht: Der gemeinsame Geruch einer Gruppe ist belegt, der Ablauf ist eine Empfehlung von Fachleuten, und wie lange die Fremdheit nach einem Termin anhält, ist nicht erhoben. Richte dich deshalb nach dem Verhalten der beiden und nicht nach einer Zahl von Tagen.

Wenn sie dich anfaucht

Das hat mit eurer Beziehung nichts zu tun: Eine Katze in hoher Erregung richtet ihr Abwehrverhalten auf das, was gerade in Reichweite ist. Fass sie nicht an, auch nicht zur Beruhigung. Stell die geöffnete Box in ein ruhiges Zimmer mit Wasser und einem Versteck, lass die Tür zu und sie selbst herauskommen, auch wenn das eine Stunde dauert.

Was nach einer Narkose zusätzlich gilt

Nach einer Operation oder der Kastration beginnt das Wiedereinführen erst, wenn das Tier wieder sicher läuft, frisst und sich putzt; eine Katze, die sich noch erholt, kann einer Begegnung schlecht ausweichen. Die Koordination ist für Stunden gestört, das Tier schätzt Höhen falsch ein und friert leichter. Ein Zimmer ohne Sprungmöglichkeiten und ohne Treppe ist deshalb für die erste Nacht der bessere Ort.

Dazu gehört der wunde Punkt nach einem Eingriff: eine frische Naht, ein Halskragen oder eine Pfote mit Verband. Ein Halskragen verändert zusätzlich, wie ein Tier hört und wie weit es sich putzen kann. Für die andere Katze ist er ein weiterer Grund, warum sie fremd wirkt.

Wenn es nach ein paar Tagen nicht aufhört

Lass die Katze, die beim Tierarzt war, noch einmal ansehen. Eine Verhaltensänderung kann ebenso auf eine Erkrankung hinweisen. Nach einem Eingriff liegt Schmerz nahe: Eine Katze mit Schmerzen kann Begegnungen früher und schärfer beenden (wann ein Anruf nicht warten sollte).

Sieh dir an, wo die beiden aneinandergeraten, und gib jedem Versteck und jedem erhöhten Platz zwei Zugänge (wie du Engstellen entschärfst, was nach einem Streit gilt). Einen Pheromonverdampfer kannst du als Zusatz dazunehmen; eine erste kleine Untersuchung spricht für eine Wirkung, bestätigt ist sie nicht.

Zähl sieben Tage lang, wie oft du Starren, Verfolgen, Anpirschen, Fliehen, Schwanzzucken, Fauchen und Jaulen siehst und wie oft Schlafen im selben Raum, Putzen, Schlafen mit Körperkontakt und Nasenkontakt; eintragen kannst du das auf dem Verlaufsbogen. Nach vier Wochen zählst du noch einmal sieben Tage. Zuerst zählen dabei die Konfliktzeichen: Werden sie seltener, bleib bei dem, was du tust. Werden sie häufiger, gehört der Fall in eine verhaltensmedizinisch arbeitende Tierarztpraxis, auch wenn die freundlichen Zeichen zurückkommen. Bleiben sie gleich, genügt ein freundliches Zeichen mehr als beim ersten Zählen, um dabeizubleiben; kommt auch das nicht dazu, gehört der Fall ebenfalls dorthin.

Was sich vor dem nächsten Termin vorbereiten lässt

Übe die Box, bevor sie gebraucht wird: Lass sie geöffnet mit einer vertrauten Decke im Wohnraum stehen und leg gelegentlich einen Leckerbissen hinein. Dieselbe Decke fährt mit und kommt danach wieder zurück, damit ein Stück des vertrauten Geruchs die Fahrt übersteht.

Das Vorgehen auf dieser Seite folgt den fachlichen Empfehlungen zur Spannung zwischen Katzen, eine Untersuchung zu seiner Wirkung gibt es nicht; die Einzelheiten stehen unter Wie wir arbeiten.

Was du heute noch tun kannst

  1. Überleg zuerst, wie es vor dem Termin war: Haben sie sich geputzt, mit Körperkontakt geschlafen, sich mit der Nase begrüßt? Wenn ja, lass sie zusammen und behalte sie die erste Stunde im Blick.
  2. War schon vorher Spannung da, gib der Heimkehrerin ein Zimmer für sich, mit Wasser, Klo, Versteck und der geöffneten Box. Die Tür bleibt zu; wann sie herauskommt, entscheidet sie.
  3. Tausch in diesem Fall heute Abend zwei weiche Tücher zwischen den Räumen und reib sie an Wange und Kinn beider Katzen, sobald die Heimkehrerin sich beruhigt hat.

Häufige Nachfragen

Wie lange dauert das?

Untersucht ist das nicht. Haben sich die beiden vorher gut verstanden und ist es nach ein paar Tagen nicht vorbei, geh den Ablauf oben durch.

Hilft es, sie mit einem Handtuch der anderen abzureiben?

Ein einzelnes Abreiben bei der Ankunft ist nicht zu empfehlen: Die Katze kommt erregt aus der Box, und greifst du nach ihr, kann sie beißen. Beschrieben ist ein Austausch über mehrere Tage: Weiche Tücher wandern täglich zwischen beiden, bis beide sie ohne Reaktion liegen lassen.

Die andere war gar nicht beim Tierarzt und faucht trotzdem.

Das passt zum Vorgang: Verändert hat sich der Geruch der Heimkehrerin; die daheimgebliebene Katze reagiert auf eine Fremde in ihrem Bereich. Wer von beiden faucht, sagt wenig darüber, bei wem etwas zu tun ist; die Tücher wandern in beide Richtungen.

Beide waren beim Tierarzt, jetzt fauchen sie sich an.

Auch dann ist der Geruch beider Tiere verändert. Gib ihnen für ein paar Stunden getrennte Rückzugsorte; sobald beide wieder fressen, sich putzen und normal umhergehen, hat sich die Lage beruhigt. Bleibt es angespannt, lass beide untersuchen.

Wenn es bei euch anders aussieht

Ob es beim Anlass bleibt oder mehr dahintersteckt

Ein paar Fragen zu den Zeichen zwischen den beiden, zu eurer Wohnung und zur Vorgeschichte. Am Ende steht, wie dringend es ist und womit du anfängst.

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