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Die Phasen einer Zusammenführung

Zuerst das Wichtigste

Beim Streit nie mit den Händen dazwischengehen

Zwei Stellen, an denen Menschen verletzt werden: Fass niemals eine Katze an, die faucht, knurrt oder erregt ist. Sie leitet die Erregung auf das um, was gerade erreichbar ist. Und heb Katzen niemals hoch, um sie zu trennen. Schieb stattdessen ein großes Handtuch, einen Karton oder eine Platte dazwischen.

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Rechne mit vier Phasen: Vorbereitung, Geruch, Sicht, Nähe. Geh erst dann in die nächste, wenn beide auf der laufenden normal fressen, ihre Katzentoilette benutzen, ruhig an ihren Plätzen schlafen und weder fauchen noch drohen noch ausweichen. Wie lange es dauert, entscheidet das Verhalten der beiden, kein Kalender. Über allen Phasen steht eine Regel: Zeigt eine der beiden Spannung, geh eine Stufe zurück und bleib dort, bis beide wieder entspannt sind.

Kostenloser Selbsttest etwa 2 Minuten

Die Einstufung fragt, bei welchem Schritt ihr gerade seid, geht Gesundheit, Vorgeschichte und die Zeichen zwischen den beiden durch und sagt dir, was als Nächstes kommt und woran du erkennst, dass es so weit ist.

Wie weit seid ihr?

Ohne Anmeldung. Das Ergebnis siehst du sofort, ohne deine E-Mail-Adresse anzugeben.

Vier Phasen, elf Schritte

Der Ablauf hat elf Schritte, vier davon vor dem Einzug und sieben danach. Als Phasen gelesen ergeben sie vier Blöcke mit je einer eigenen Aufgabe.

  1. Vorbereitung. Beide Tiere untersucht, Übergangszimmer eingerichtet, Ressourcen in den Hauptbereichen aufgestockt. Für jede Katze steht fest, was sie als Belohnung annimmt.
  2. Ankunft und Geruch. Die neue Katze zieht in ihr Zimmer. Kennen lernen sich die beiden über weiche Materialien, die zwischen den Räumen hin und her wandern.
  3. Sicht ohne Zugang. Spiel an der geschlossenen Tür, Raumtausch, danach abgestufter Sichtkontakt über ein Gitter, eine Glastür oder einen Türstopper.
  4. Überwachte Nähe. Der erste gemeinsame Raum, abgesichert über Geschirr und Leine oder über eine teilweise abgedeckte Transportbox.

Die Reihenfolge folgt den Sinnen: Zu Beginn sind Geruch, Geräusch und Sicht voneinander getrennt und kommen einzeln nacheinander dazu. Deshalb steht am Anfang eine Tür, die vollständig schließt, während ein Gitter erst spät an die Reihe kommt; eine halb offene Tür lässt alle drei gleichzeitig durch. Die Schritte im Einzelnen stehen auf der Seite zum Ablauf.

Vor dem Einzug, für beide Katzen

Links stehen Klo und Näpfe in einer Ecke, zu der ein Weg führt. Rechts hat jede Katze ihren eigenen Satz. Beide Wege lassen sich gehen, ohne sich zu begegnen.

Lass zuerst beide Tiere tierärztlich untersuchen. Daran hängt die klarste Empfehlung des Ablaufs: Bei einer älteren Katze mit gesundheitlichen Problemen sollte im Regelfall keine zweite Katze einziehen.

Räum ein Zimmer mit einer Tür frei, die vollständig schließt, und richte es ein, bevor die neue Katze kommt (was hineingehört). Ein Bad, in dem morgens jemand duscht, eignet sich schlecht, ein Arbeitszimmer meistens gut. Einen Pheromonverdampfer kannst du dazunehmen, nötig ist er nicht.

Für die Katze, die schon da war, sieht Phase eins anders aus: Ihre Wohnung wird um ein Zimmer kleiner. Darin sitzt ein Geruch, den sie noch nie wahrgenommen hat.

Stock deshalb die Hauptbereiche auf, während du das Übergangszimmer einrichtest. Zusätzliche Sitzplätze, zusätzliche Verstecke, ein weiterer Katzentoilettenstandort, ein zweiter Futterplatz außer Sichtweite des ersten. Die Erstkatze soll durch den Einzug nichts abgeben.

Behandle die beiden dabei ruhig verschieden, denn ihre Bedürfnisse sind selten dieselben. Praktisch heißt das, für jede die bevorzugte Höhe zu kennen und für jede eine eigene Belohnung zu haben, die auch wirklich wirkt.

Ist die neue Katze schon da, hol aus dieser Phase nach, was fehlt, vor allem die Untersuchung und das Zimmer mit einer Tür, die vollständig schließt, und mach bei dem Schritt weiter, bei dem ihr gerade seid. Was in den ersten Tagen nach dem Einzug dazugehört, auch wenn die Erstkatze an der Tür faucht oder die neue Katze aus ihrem Zimmer will, steht auf der Seite zum Ablauf unter Wenn die neue Katze schon da ist.

Woran eine Phase endet

An jedem Übergang gilt dasselbe Kriterium: Weiter geht es, wenn beide auf der laufenden Stufe normal fressen, ihre Katzentoilette benutzen, ruhig an ihren Plätzen schlafen und weder fauchen noch drohen noch ausweichen. Die fachlichen Empfehlungen verlangen an jedem Übergang, dass beide entspannt sind, ohne einzeln festzulegen, woran man das erkennt; die vier Merkmale machen es im Alltag sichtbar.

Von der Vorbereitung zum Einzug. Die Tür des Zimmers muss vollständig schließen; ein Kinderschutzgitter oder ein Vorhang lässt den Geruch durch. Die zusätzlichen Ressourcen stehen, bevor das neue Tier ankommt.

Vom Einzug zum Geruchsaustausch. Er beginnt, wenn beide so weit sind, meist nach einigen Tagen: Die neue Katze kommt in deiner Anwesenheit aus ihrem Versteck, und die Erstkatze sitzt nicht mehr fauchend vor der Tür.

Vom Geruch zum Spiel an der Tür. Katzen, die zusammengehören, teilen einen gemeinsamen Geruch; zwei Tiere, die sich zum ersten Mal sehen, ohne sich vorher gerochen zu haben, begegnen einer Fremden. Die Materialien wandern deshalb täglich, bis beide sie ohne Reaktion liegen lassen, also ohne Markieren, ohne Danebenmachen und ohne Fauchen, Knurren oder Drohen. Ausgiebiges Schnuppern zählt nicht dazu. Das gilt auch dann, wenn schon eine Woche vergangen ist.

Werden zuvor getrennte Katzen wieder zusammengebracht, tausch den Geruch täglich etwa eine Woche lang aus, bevor sie sich sehen; im Ablauf ist das die einzige feste Frist. Wie der Austausch geht, steht in den Schritten sechs und sieben des Ablaufs.

Vom Spiel an der Tür zum Raumtausch. Weiter geht es, wenn die neue Katze in deiner Anwesenheit aus dem Versteck kommt und beide beim Spiel entspannt bleiben. Droht eine der beiden anhaltend an der Tür, beende die Einheit, ohne zu schimpfen, und stell im Flur einen Sichtschutz vor die Tür, etwa Kartons oder Stühle.

Vom Raumtausch zum Sichtkontakt. Weiter geht es, wenn beide den Tausch entspannt hinnehmen und die neue Katze sich in der Wohnung bewegt, statt zu erstarren.

Von der Sicht zur Nähe. Weiter geht es, wenn beide beim Sichtkontakt entspannt bleiben, auch wenn die Trennung ganz durchsichtig ist. Entspannt sich eine der beiden nicht, stopp sofort und geh zurück zum Spiel an der geschlossenen Tür und zum Raumtausch, bis beide dort wieder entspannt sind. Leinen- und Boxentraining müssen vor der letzten Phase abgeschlossen sein, damit Geschirr und Box für die Katze nichts Neues mehr sind.

Von der Nähe zum Alltag. Die gemeinsame Zeit wird nach und nach länger und die Aufsicht weniger, solange beide entspannt bleiben. Unbeaufsichtigt lässt du sie erst, wenn beide über mehrere gemeinsame Einheiten hinweg entspannt bleiben.

An jedem Übergang zählen auch die unauffälligen Zeichen: angespannte Muskeln, eine geduckte Haltung, Erstarren, weniger Appetit, unruhiger Schlaf, Wegsehen, Verstecken, Weggehen, ein gemiedenes Klo oder ein Napf, der zur Fütterungszeit stehen bleibt. Siehst du eines davon, geh eine Stufe zurück und bleib dort, bis beide wieder entspannt sind.

Bist du unsicher, ob die beiden so weit sind, wiederhol den laufenden Schritt noch einmal. Die Regel für Rückschritte gilt für jeden der elf Schritte.

Was in jeder Phase gleich bleibt

Bring die beiden nie dazu, dicht nebeneinander zu fressen. Stell die Futterplätze getrennt und außer Sichtweite voneinander auf, auch bei Tieren derselben Sozialgruppe.

Woran du misst, wenn nicht an Wochen

An den elf Zeichen auf dem Verlaufsbogen, die du einmal pro Woche einträgst. Trag die Spalte Ausgang ein, bevor du etwas änderst, und leg nach vier Wochen die letzte Woche daneben. Sind die Spannungszeichen seltener geworden oder freundliche dazugekommen, macht ihr im Ablauf weiter. Sind sie häufiger geworden, geh eine Stufe zurück und bleib dort, bis beide wieder entspannt sind. Was du prüfst, wenn alles gleich bleibt, steht auf der Seite zum Ablauf.

Der Ablauf auf dieser Seite folgt den fachlichen Empfehlungen zur Spannung zwischen Katzen und ist in keinem seiner Schritte einzeln in einer Studie geprüft; die Einzelheiten stehen unter Wie wir arbeiten.

Was du heute noch tun kannst

  1. Ist die neue Katze schon da, prüf heute für die Stufe, auf der ihr seid, ob beide normal fressen, ihre Katzentoilette benutzen, ruhig an ihren Plätzen schlafen und weder fauchen noch drohen noch ausweichen. Trifft alles zu, ist der nächste Schritt dran; was an den einzelnen Übergängen dazukommt, steht unter Woran eine Phase endet.
  2. Leg das Trennmittel bereit, ein großes Handtuch und einen flachen Karton, bevor sich die beiden zum ersten Mal sehen.

Häufige Nachfragen

Wie lange dauert eine einzelne Phase?

Wie lange es dauert, entscheidet das Verhalten der beiden, kein Kalender. Für eine einzelne Phase gibt es keine Angabe, für den ganzen Ablauf meist Wochen bis Monate (die Spanne auf der Seite zur Dauer).

Woran du den Übergang zur nächsten Phase festmachst, steht unter Woran eine Phase endet.

Können wir eine Phase überspringen, wenn alles gut läuft?

Die Regel läuft nur in eine Richtung: bei Spannung zurück, bei Unsicherheit wiederholen. Ob sich eine Phase überspringen lässt, ist nicht untersucht. Der Ablauf baut jede Stufe auf der davor auf.

Am deutlichsten ist das beim Sichtkontakt: Der Geruch kommt vor der Sicht, weil Katzen am gemeinsamen Geruch erkennen, wer zu ihrer Gruppe gehört.

Wir sind in Phase drei, und es hat gefaucht. Fangen wir von vorn an?

Geh eine Stufe zurück, nur eine: zum Spiel an der geschlossenen Tür und zum Raumtausch. Bleib dort, bis beide wieder entspannt sind, und versuch den Sichtkontakt dann erneut, kürzer oder mit mehr Abstand als beim letzten Mal.

Fauchen kommt in Haushalten mit mehreren Katzen oft vor; an einem Übergang ist es trotzdem das Zeichen, zurückzugehen.

Wir haben kein Zimmer für Phase eins.

Dann kann eine bewegliche, blickdichte Wand die Tür ersetzen; die Phasen geht ihr dann langsamer. Ob es auch ohne Zimmer gelingt, ist nicht untersucht.

Wie du die Trennung aufbaust, steht auf der Seite ohne eigenes Zimmer.

Beide sind Kitten. Brauchen wir die Phasen überhaupt?

Ja. Zwei junge Tiere haben von allen Alterskombinationen die günstigsten Aussichten, eine Ausnahme vom Ablauf ist das trotzdem nicht.

Praktisch ändert sich nur das Tempo: Bleiben beide auf jeder Stufe entspannt, geht ihr schneller weiter.

Wenn es bei euch anders aussieht

Eure nächsten Schritte

Die kostenlose Einstufung fragt, bei welchem Schritt ihr gerade seid, geht Gesundheit, Vorgeschichte und die Zeichen zwischen den beiden durch und sagt dir, was als Nächstes kommt und woran du erkennst, dass es so weit ist.

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