Woran du merkst, ob deine Katze zu schwer ist
Frisst viel und nimmt ab: in der Praxis anrufen
Frisst viel und nimmt trotzdem ab: Ruf in deiner Tierarztpraxis an und sag genau diesen Satz. Dahinter können eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes stecken. Beide sind behandelbar, beide werden über Blut und Harn abgeklärt und beide werden umso einfacher, je früher sie auffallen. Dasselbe gilt, wenn deine Katze deutlich mehr trinkt oder mehr uriniert als sonst, wenn sie innerhalb weniger Wochen zunimmt, wenn sie im Liegen hörbar oder angestrengt atmet, wenn ihr Bauch dicker wird, während der Rest schlank bleibt, oder wenn eine übergewichtige Katze einen Tag nichts oder deutlich weniger frisst.
Ob deine Katze zu schwer ist, merkst du unter deiner Hand. In der Praxis wird der Körperzustand über drei Beobachtungen bestimmt: Rippen unter flacher Hand, Taille von oben, Bauchlinie von der Seite. In europäischen Erhebungen mit tierärztlicher Beurteilung lag der Anteil übergewichtiger Katzen zwischen 45 und 51 Prozent, für den deutschsprachigen Raum liegt keine Untersuchung vor. Ob deine Katze zu den schweren gehört, beantwortet der Griff an ihren Brustkorb.
Der Selbsttest führt dich durch die drei Handgriffe und ordnet das Ergebnis ein. Liegt sie über dem Idealbereich, rechnet er dir aus ihrem Gewicht und deiner Futterpackung ihr Zielgewicht, die Futtermenge für den Anfang und die Abnahme pro Woche in Gramm aus.
Streich ihr mit flacher Hand über den Brustkorb, von vorn nach hinten. Was spürst du?
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Auf dieser Seite: 8 Abschnitte
Woran du es unter der Hand merkst
Die drei Handgriffe dauern zusammen keine Minute. Mach sie an einer stehenden Katze und in einem ruhigen Moment.
- Rippen. Leg die flache Hand seitlich auf den Brustkorb und streich mit leichtem Druck darüber. Bei einer Katze im Normalbereich spürst du die einzelnen Rippen unter einer dünnen Schicht, ohne zu suchen. Wenn du drücken musst, um sie zu finden, liegt Fett darüber. Der Vergleich am eigenen Körper: der Handrücken bei gestreckten Fingern.
- Taille von oben. Stell dich über sie, während sie steht. Hinter dem Rippenbogen soll die Silhouette schmaler werden und vor den Hinterbeinen wieder breiter. Eine gerade Linie zeigt an, dass die Taille aufgefüllt ist, eine nach außen gewölbte deutlich mehr.
- Bauchlinie von der Seite. Geh in die Hocke und sieh sie von der Seite an, während sie steht. Vom Brustkorb zu den Hinterbeinen soll die Unterlinie ansteigen. Bei Übergewicht verläuft sie waagerecht oder hängt durch.
Der Hautlappen zwischen den Hinterbeinen gehört nicht dazu. Er hängt bei vielen Katzen im Normalbereich und sagt über den Ernährungszustand wenig.
Wenn du dir dabei unsicher bist, ist das erwartbar. In einer französischen Erhebung haben Halter denselben Gewichtsüberschuss einmal über eine Bildreihe und einmal über eine Beschreibung in Worten beurteilt. Beide Wege trafen das tierärztliche Urteil nur mäßig. Die Autoren empfehlen deshalb, das Abtasten zu üben.
Wie häufig das ist
Drei europäische Erhebungen liegen dicht beieinander. In Schweden, in Frankreich und in Italien lag der Anteil übergewichtiger Katzen zwischen 45 und 51 Prozent. Beurteilt haben dort Tierärztinnen und Tierärzte. Dieselbe schwedische Arbeit hat daneben eine zweite Gruppe befragt, in der die Halter selbst urteilten. Dort lag der Anteil etwa halb so hoch. Es sind zwei verschiedene Gruppen: Eine australische Befragung fand über alle Tiere hinweg kaum einen Unterschied. Der Abstand entsteht beim einzelnen Tier.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz liegt keine solche Untersuchung vor. Jede deutsche Prozentzahl stammt aus einem Nachbarland.
Warum das eigene Tier schwerer einzuschätzen ist
Zwei Arbeiten haben unabhängig voneinander gemessen, wie weit Halterurteil und klinischer Befund auseinandergehen, und kommen auf dieselbe Größenordnung. In Frankreich wie in Italien war die Wahrscheinlichkeit, den Zustand zu unterschätzen, bei einer übergewichtigen Katze rund achtmal so hoch wie bei einer im Normalbereich. In einer dritten französischen Erhebung gehörte die Unterschätzung durch den Halter zu den Merkmalen, die mit Übergewicht zusammenhingen, neben dem Alter und dem männlichen Geschlecht.
Der Abstand wächst dabei mit dem Ausmaß: Je schwerer eine Katze ist, desto eher wird ihr Zustand unterschätzt.
Ein Kilogramm in zwei Jahren sind keine anderthalb Gramm am Tag. Wenn du sie jeden Tag siehst, fällt der Unterschied nicht auf. Deshalb steht in der französischen Arbeit die Empfehlung, regelmäßig zu wiegen und den Körperzustand über die Hand zu bestimmen.
Ab wann es Übergewicht heißt
Die fachliche Einteilung rechnet mit dem Abstand zum Idealgewicht des einzelnen Tieres. In der Praxis wird der Körperzustand dafür auf einer Skala von eins bis neun eingeordnet; fünf ist der Idealwert. Jede Stufe darüber steht für etwa zehn Prozent über dem Idealgewicht, Stufe neun für etwa vierzig. Ab Stufe sechs gilt eine Katze als übergewichtig, ab Stufe acht als adipös.
Frag beim nächsten Termin nach der Stufe deiner Katze und schreib sie mit Datum auf. Liegt sie über fünf, geht es weiter mit der Menge im Napf; liegt sie bei fünf, reicht es, beim übernächsten Termin noch einmal danach zu fragen.
Welche Erkrankungen häufiger dazukommen
In der schwedischen Aktenkohorte bekamen übergewichtige Katzen häufiger bestimmte Diagnosen als Katzen im Normalbereich: Erkrankungen der unteren Harnwege, Diabetes mellitus, Erkrankungen der Atemwege, der Haut und des Bewegungsapparats sowie Verletzungen. Am deutlichsten ist der Abstand bei den unteren Harnwegen: Dort haben übergewichtige Katzen diese Diagnosen rund dreimal so häufig.
Erkrankungen der unteren Harnwege gehören zu den Gründen, aus denen eine Katze außerhalb des Klos uriniert. In derselben Arbeit steht Übergewicht als Risikofaktor dafür. Wenn bei euch beides zusammenkommt, lies zuerst die Seite Katze pinkelt in die Wohnung. Dort steht, was medizinisch abgeklärt gehört.
Was zur Lebenserwartung gemessen wurde
Die größte Auswertung dazu kommt aus der britischen Primärversorgung und stützt sich auf bestätigte Todesfälle. Gemessen wurde ein kleiner Zusammenhang zwischen der Lebensdauer und dem Abstand vom mittleren Erwachsenengewicht, gerechnet innerhalb von Rasse und Geschlecht. Er gilt in beide Richtungen: Ein zu leichtes Tier verliert nach dieser Rechnung ebenso.
Dieselben Autoren halten fest, dass Daten aus Australien, den USA und Großbritannien für mildes Übergewicht in die andere Richtung deuten, und empfehlen, die geltenden Bewertungsskalen und Gewichtsbereiche zu überprüfen. Im selben Absatz stellen sie klar, dass die Belege für die gesundheitlichen Nachteile davon unberührt bleiben.
Was ein Grund bleibt, sind die Erkrankungen: Übergewichtige Katzen tragen mehrere Diagnosen häufiger, am deutlichsten an den unteren Harnwegen. Daran ändert die offene Frage zur Lebensdauer nichts.
Womit du anfängst
Vier Merkmale, die in den Erhebungen als Risikofaktoren auftauchen, kannst du zu Hause ändern.
- Die Menge wird abgemessen. In einer Halterbefragung war es ein Risikofaktor, die Futtermenge festzulegen, ohne darauf zu achten, wie viel die Katze davon frisst. Eine Küchenwaage beantwortet diese Frage ein für alle Mal. Die Rechnung dahinter steht unter Wie viel Futter eine Katze am Tag braucht.
- Bewegung. Wenig bewegte Katzen sind in drei Erhebungen häufiger übergewichtig. Kurze Jagdspiele vor den Mahlzeiten und ein Futterspiel statt des Napfs sind der Anfang, der nichts kostet. Ob eine Katze drinnen oder draußen lebt, sagt dabei wenig: Die Erhebungen widersprechen sich, gezählt wird die Bewegung selbst.
- Trockenfutter. Katzen, die überwiegend trocken gefüttert werden, sind in einer schwedischen Erhebung häufiger übergewichtig; eine französische fand das nicht. Was in beiden zählt, ist die abgewogene Menge. Nassfutter macht sie nur leichter sichtbar, weil dieselbe Energie den Napf voller aussehen lässt.
- Betteln. In derselben Halterbefragung hingen Betteln nach Futter und das Nachgeben darauf mit Übergewicht zusammen. Was sich daran ändern lässt, steht unter Sie bettelt ständig.
Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus Erhebungen, in denen Katzen tierärztlich beurteilt wurden, und aus einer großen Auswertung von Praxisdaten; die Einzelheiten stehen unter Wie wir arbeiten.
Was du heute noch tun kannst
- Mach die drei Handgriffe und schreib auf, was du gefunden hast. Spürst du die Rippen nur unter Druck oder gar nicht, oder fehlt die Taille von oben, dann geht es weiter mit der Menge im Napf. Sitzt alles im Rahmen, reicht es, in drei Monaten noch einmal nachzusehen.
- Wieg sie. Stell dich auf die Personenwaage, notier den Wert, nimm sie auf den Arm und stell dich noch einmal drauf. Die Differenz ist ihr Gewicht. Mit Datum daneben ist sie ab heute ein Verlauf.
- Notier eine Woche lang alles, was in den Napf geht, Leckerlis eingerechnet, und wer es hineingetan hat. Am achten Tag zählst du zusammen und teilst durch sieben. Liegt die Zahl über dem, was die Packung für ihr Zielgewicht angibt, hast du die Erklärung gefunden. Liegt sie darunter, such nach einer zweiten Futterquelle.
Häufige Nachfragen
Ab wann ist eine Katze zu dick?
Ab Stufe sechs auf der Skala von eins bis neun, mit der die Praxis den Körperzustand einordnet; fünf ist der Idealwert. Jede Stufe darüber steht für etwa zehn Prozent über dem Idealgewicht des einzelnen Tieres, ab Stufe acht spricht man von Adipositas.
Für zu Hause ist der Weg über die Hand der brauchbarere. Die Rippen sind unter flacher Hand fühlbar, die Taille ist von oben erkennbar, und die Bauchlinie steigt von der Seite gesehen an.
Wie wiege ich eine Katze zu Hause?
Über die Personenwaage und zwei Werte: einmal du allein, einmal du mit ihr auf dem Arm. Die Differenz ist ihr Gewicht. Genauer wird es mit einer Küchen- oder Paketwaage und einem Korb darauf, den du vorher abziehst.
Wieg immer am selben Wochentag und zur selben Tageszeit und schreib den Wert mit Datum auf. Ein einzelner Wert ohne Vorgänger sagt wenig, drei Werte über drei Monate sind ein Verlauf.
Sie ist kastriert. Liegt es daran?
Kastration stand in der italienischen Erhebung unter den Faktoren, die mit Übergewicht zusammenhingen. Was sich ändert, ist der Bedarf. Die Menge im Napf bleibt meistens dieselbe.
Der Zeitpunkt dafür ist gut planbar: In den Wochen nach der Kastration lohnt sich das wöchentliche Wiegen am meisten, weil eine Abweichung dort früh sichtbar wird.
Meine Katze hat einfach einen großen Rahmen.
Das kann zutreffen. Die Erhebungen zeigen echte Unterschiede zwischen den Rassen. In der schwedischen Arbeit hatten Birma und Perser ein niedrigeres Risiko für Übergewicht als andere Katzen.
Deshalb kommt das Urteil aus der Hand. Ein großer Rahmen verschiebt das Idealgewicht nach oben, die Rippen liegen trotzdem unter einer dünnen Schicht.
In der Praxis wurde nie etwas zum Gewicht gesagt.
Das ist verbreitet. In der italienischen Erhebung gaben viele Halter an, in der Praxis sei weder das Übergewicht ihrer Katze noch das Risiko daraus angesprochen worden.
Sag beim nächsten Termin von dir aus, dass du den Körperzustand beurteilt haben möchtest, und bring deine Gewichtswerte mit Datum mit. Das ist eine andere Frage als die nach der Impfung und dauert zwei Minuten.
Verkürzt Übergewicht das Leben meiner Katze?
Diese Aussage geben die vorliegenden Daten so nicht her. Die größte britische Auswertung fand einen kleinen Zusammenhang mit der Abweichung vom mittleren Erwachsenengewicht, in beide Richtungen.
Dieselben Autoren schreiben, dass Daten aus drei Ländern für mildes Übergewicht eher in die Gegenrichtung deuten, und empfehlen eine Überprüfung der geltenden Gewichtsbereiche. Belegt und davon unberührt bleiben die häufigeren Diagnosen: untere Harnwege, Diabetes mellitus, Atemwege, Haut und Bewegungsapparat.
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Was bei deiner Katze zuerst dran ist
Der kostenlose Selbsttest führt dich durch die Handgriffe und ordnet das Ergebnis ein. Liegt sie über dem Idealbereich, rechnet er dir Zielgewicht, Startmenge und den Tag der ersten Kontrolle aus.
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