Sie bekommt wenig und ist trotzdem zu schwer
Frisst viel und nimmt ab: in der Praxis anrufen
Frisst viel und nimmt trotzdem ab: Ruf in deiner Tierarztpraxis an und sag genau diesen Satz. Dahinter können eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes stecken. Beide sind behandelbar, beide werden über Blut und Harn abgeklärt und beide werden umso einfacher, je früher sie auffallen. Dasselbe gilt, wenn deine Katze deutlich mehr trinkt oder mehr uriniert als sonst, wenn sie innerhalb weniger Wochen zunimmt, wenn sie im Liegen hörbar oder angestrengt atmet, wenn ihr Bauch dicker wird, während der Rest schlank bleibt, oder wenn eine übergewichtige Katze einen Tag nichts oder deutlich weniger frisst.
Vier Erklärungen kommen in Frage. Sie treten oft zusammen auf. Erstens der Bedarf: Nach der Kastration, mit steigendem Alter und bei weniger Bewegung sinkt er. Dieselbe Menge im Napf ist dann mehr, als sie braucht. Zweitens die Menge selbst, die geschätzt oft zu niedrig ausfällt. Drittens eine zweite Quelle, also andere Personen im Haushalt, der Napf der anderen Katze oder die Nachbarschaft. Und viertens der medizinische Fall, der zuerst geklärt gehört: Wenn sie innerhalb weniger Wochen zunimmt oder gleichzeitig deutlich mehr trinkt, ruf in deiner Tierarztpraxis an.
Der Selbsttest geht die drei Handgriffe, eure Fütterung und die Stellen durch, an denen zusätzlich etwas dazukommt. Liegt sie über dem Idealbereich, rechnet er dir aus, welche Tagesmenge laut deiner Packung zu ihrem Zielgewicht passt.
Streich ihr mit flacher Hand über den Brustkorb, von vorn nach hinten. Was spürst du?
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Was zuerst abgeklärt gehört
Eine Zunahme innerhalb weniger Wochen ist etwas anderes als ein Kilogramm über zwei Jahre. Nimm zum Termin die Gewichtswerte mit Datum mit: Drei Werte über drei Monate beantworten die erste Frage, die in der Praxis ohnehin gestellt wird.
Der Bedarf sinkt, die Portion bleibt
Der Bedarf einer Katze verändert sich über ihr Leben. Die Menge im Napf folgt dieser Veränderung selten.
- Nach der Kastration. In der italienischen Erhebung stand Kastration unter den Merkmalen, die mit Übergewicht zusammenhingen. Die Portion, die vorher gepasst hat, passt danach oft nicht mehr.
- Im mittleren Alter. In mehreren Erhebungen liegt der Anteil übergewichtiger Katzen im mittleren Alter am höchsten, etwa zwischen sieben und elf Jahren. Bei sehr alten Tieren fällt er wieder ab. In der französischen Arbeit stieg das Risiko mit jedem Lebensjahr an.
- Bei weniger Bewegung. Inaktivität steht in drei unabhängigen Erhebungen als Risikofaktor. In der schwedischen Arbeit machte es dabei keinen Unterschied, ob eine Katze drinnen oder draußen lebte. Die Autoren schreiben, es komme auf die Aktivität selbst an.
Rechne deshalb gegen ihr Zielgewicht. Die Portion von früher taugt als Maßstab nur so lange, wie ihr Bedarf gleich bleibt. Wie die Rechnung geht, steht unter Wie viel Futter eine Katze am Tag braucht.
Warum die Menge größer ist, als sie aussieht
Ob eine Menge wenig ist, entscheidet der Bedarf dieser Katze und nicht die Packung. Drei Stellen, an denen aus wenig unbemerkt viel wird:
- Das Abmessen mit einem Becher. Mit einem Becher abgemessene Portionen liegen meist zu hoch, bei kleinen Mengen um bis zu 80 Prozent. Kleine Portionen sind bei Katzen der Normalfall.
- Leckerlis und Menschenessen. Sie gehören in dieselbe Tagesmenge und stehen in keiner Fütterungsempfehlung.
- Der Rest im Napf. Ein Napf, der nachgefüllt wird, sobald etwas fehlt, lässt sich nicht abwiegen. In einer Halterbefragung war es ein Risikofaktor, die Menge festzulegen, ohne darauf zu achten, wie viel die Katze davon frisst.
Die zweite Quelle
Vier Stellen, an denen eine zweite Futterquelle sitzt:
- Andere Personen im Haushalt. Zwei Menschen, die beide morgens füttern, ergeben eine doppelte Morgenportion. Ein Zettel am Napf mit der Tagesmenge und einem Haken pro Portion klärt das an einem Tag.
- Der Napf der anderen Katze. Wer zuerst fertig ist, geht weiter. Was dagegen hilft, steht unter Diät im Mehrkatzenhaushalt.
- Die Nachbarschaft. Bei Freigang kommt eine zweite Fütterung in der Nachbarschaft vor, die sich an einem Tag klären lässt. Ein Anhänger am Halsband mit einer kurzen Bitte, sie nicht zu füttern, klärt das ohne Gespräch.
- Erreichbare Vorräte. Ein Sack Trockenfutter in einem Schrank, den sie öffnen kann, taucht in keiner Rechnung auf.
Was zuerst dran ist
Fang mit der Woche an, in der du alles aufschreibst. Sie kostet nichts und beantwortet drei der vier Erklärungen von allein. Bleibt die vierte übrig, hast du damit genau die Angaben, die in der Praxis gebraucht werden.
- Sieben Tage lang jede Portion notieren, mit Gramm, Uhrzeit und dem Namen dessen, der gefüttert hat. Leckerlis in derselben Liste.
- Am achten Tag zusammenzählen und durch sieben teilen. Vergleich die Zahl mit der Fütterungsempfehlung auf der Packung für ihr Zielgewicht: Liegt sie darüber, ist die Menge die Erklärung; liegt sie darunter, geht es weiter bei der zweiten Futterquelle.
- Gleichzeitig einmal in der Woche wiegen, immer am selben Tag, immer mit Datum.
- Die drei Handgriffe einmal machen und aufschreiben, was du gefunden hast.
Wie lange es danach dauert, steht unter Wie lange eine Katze zum Abnehmen braucht. Wenn sie beim Aufschreiben ständig danebensitzt und um Nachschlag bittet, findest du unter Sie bettelt ständig, wie du dieselbe Menge anders über den Tag legst. Die Handgriffe im Wortlaut stehen auf Übergewicht bei der Katze.
Die Angaben auf dieser Seite stammen aus Erhebungen zum Übergewicht bei Katzen und aus einer Untersuchung zum Abmessen von Futter mit Bechern; die Einzelheiten stehen unter Wie wir arbeiten.
Was du heute noch tun kannst
- Wieg eine Portion ab, so wie du sie sonst gibst, und lies die Gramm ab. Diese eine Zahl beantwortet die Frage nach dem wenig.
- Häng einen Zettel an den Napf mit der Tagesmenge und einem Kästchen je Portion. Wenn abends mehr Haken darauf stehen als geplant, hast du die Antwort.
- Frag im Haushalt nach, wer wann füttert und wer Leckerlis gibt. Das Gespräch dauert zwei Minuten und beantwortet die Frage für den ganzen Haushalt.
Häufige Nachfragen
Sie frisst kaum etwas und nimmt trotzdem zu. Kann das eine Krankheit sein?
Möglich. Es gehört abgeklärt, besonders wenn die Zunahme schnell geht oder mit vermehrtem Trinken zusammenfällt. Ruf in deiner Tierarztpraxis an und nimm deine Gewichtswerte mit Datum mit.
Häufiger liegt es an der Rechnung: Der Bedarf sinkt nach der Kastration, mit dem Alter und bei weniger Bewegung. Die Portion bleibt dieselbe.
Ich messe doch ab.
Dann ist die Frage, womit. Mit einem Becher abgemessene Portionen streuen stark, auch bei derselben Person, und bei kleinen Mengen liegen sie meist zu hoch.
Eine Küchenwaage mit Grammanzeige löst das an einem Nachmittag und für immer.
Kann meine Nachbarin schuld sein?
Bei Freigang ist eine zweite Fütterung häufig genug, dass sie zuerst geprüft gehört. Ein Halsband mit einem kurzen Zettel oder eine freundliche Runde durch die Straße klärt das schneller als jede Vermutung.
Dasselbe gilt für den eigenen Haushalt. Zwei Menschen, die beide morgens füttern, ergeben eine doppelte Morgenportion, ohne dass jemand etwas falsch macht.
Sie ist alt geworden. Ist das normal?
In mehreren Erhebungen liegt der Anteil übergewichtiger Katzen im mittleren Alter am höchsten, etwa zwischen sieben und elf Jahren. Bei sehr alten Tieren fällt er wieder ab.
Wichtiger als das Alter ist die Richtung. Eine Katze, die im hohen Alter abnimmt, ohne dass jemand etwas geändert hat, gehört zeitnah untersucht.
Hilft es, auf Nassfutter umzustellen?
In einer schwedischen Erhebung waren überwiegend trocken gefütterte Katzen häufiger übergewichtig, ebenso Katzen, die gierig fraßen oder sich wenig bewegten. Nassfutter enthält je Gramm weniger Energie, weil ein großer Teil davon Wasser ist.
In den Arbeiten zum Abnehmen wurde die abgewogene Menge gemessen, nicht die Sorte. Abgewogen wird also weiter, mit Nassfutter fällt es nur leichter.
Wenn es bei euch anders aussieht
Was bei euch über den Tag im Napf landet
Der kostenlose Selbsttest geht die drei Handgriffe, eure Fütterung und die Stellen durch, an denen zusätzlich etwas dazukommt. Liegt sie über dem Idealbereich, rechnet er dir die Tagesmenge für ihr Zielgewicht aus.
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