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Eine Katze allein halten oder zu zweit?

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Ob eine zweite Katze der ersten guttut, lässt sich vorher nicht sagen. Die Untersuchungen dazu verteilen sich etwa zu gleichen Teilen: Ein Teil findet Vorteile, ein Teil Nachteile, ein Teil keinen Zusammenhang. Richte deine Entscheidung deshalb an zwei Dingen aus, die sich beantworten lassen: wie der Raum bei euch aufgeteilt ist und was deine Katze bisher mit Artgenossen erlebt hat. Beides wiegt mindestens so schwer wie die Zahl der Tiere.

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Der Selbsttest geht Gesundheit, Anlass und Alltag deiner Katze durch und zeigt dir, was vor der Entscheidung geklärt sein sollte und worauf es bei der Auswahl ankommt.

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Auf dieser Seite: 8 Abschnitte
  1. Warum die Befunde einander widersprechen
  2. Was sich mit einer zweiten Katze sicher ändert
  3. Bei der Auswahl weißt du mehr
  4. Die Frage, die statt der Zahl weiterhilft
  5. Die Gesellschaft muss keine Katze sein
  6. Was zur Einsamkeit bekannt ist
  7. Zwei Katzen über die Jahre
  8. Häufige Nachfragen

Warum die Befunde einander widersprechen

Dieselben Merkmale stehen auf beiden Seiten: Freigang, eine junge Katze, eine zweite Katze, die in den letzten sechs Monaten eingezogen ist, und mehr Wohnfläche. Jedes davon geht in manchen Untersuchungen mit besserem Wohlbefinden einher und in anderen mit schlechterem. Aus keinem dieser Merkmale lässt sich deshalb ablesen, ob deine Katze allein oder zu zweit besser lebt.

Katzen können in Gruppen leben, sie kommen aber auch allein zurecht. Wie gut das eine oder das andere gelingt, hängt stark an der frühen Entwicklung und an dem, was ein Tier erlebt hat (mehr dazu unter Warum es darauf keine allgemeine Antwort gibt).

Was sich mit einer zweiten Katze sicher ändert

In einem Haushalt mit mehreren Katzen hat jede weniger Platz und teilt sich Futterstellen, Katzentoiletten und Liegeplätze. Damit steigt das Risiko, dass es darum Streit gibt.

Rechne damit, dass Zeichen von Spannung auftauchen: In fast neun von zehn Mehrkatzenhaushalten sehen die Halter mindestens eines. Die meisten von ihnen sehen darin trotzdem kein Problem.

Diese Zeichen sind zum größten Teil unauffällig. Am häufigsten sind Verfolgen und Starren; vier Zeichen laufen ohne Ton ab und sind leicht zu übersehen: Starren, Weggehen, Verstecken und das Blockieren einer Engstelle. Ein Haushalt kann angespannt sein, ohne dass jemand darin Streit bemerkt. Woran sich das erkennen lässt, steht auf einer eigenen Seite.

Wie oft daraus etwas Dauerhaftes wird, lässt sich beziffern: Etwa jeder achte Halter von zwei Katzen beschreibt die Beziehung der beiden als schlecht. Bleibt es trotz Untersuchung, geänderter Wohnung und schrittweiser Wiedereinführung dabei, gehört der Fall in eine verhaltensmedizinisch arbeitende Tierarztpraxis. Dort lässt sich klären, ob die beiden dauerhaft in getrennten Bereichen leben können oder ob eine von ihnen ein anderes Zuhause braucht.

In der Wohnung wiegt das schwerer als draußen. Eine frei lebende Katze verlässt eine unangenehme Lage einfach, eine Wohnungskatze kann das nicht. Räumliche Grenzen führen deshalb eher zu Spannung. Für die Entscheidung heißt das: In einer Zweizimmerwohnung wiegt die Auswahl der zweiten Katze mehr als in einem Haus mit Garten.

Bei einer älteren Katze mit gesundheitlichen Problemen raten die Fachleute der Leitlinie im Regelfall von einer zweiten Katze ab, wie unter Wann du warten solltest beschrieben.

Bei der Auswahl weißt du mehr

Sobald die Frage lautet, welche zweite Katze, wird die Grundlage deutlich besser. Verwandtschaft, Alter, Altersabstand und Geschlecht hängen klar mit der späteren Beziehung zusammen, wie unter Was sich sehr wohl entscheiden lässt beschrieben.

Ob eine oder zwei Katzen besser sind, lässt sich schlecht vorhersagen. Welche zweite Katze es wird, lässt sich dagegen gut vorbereiten.

Die Frage, die statt der Zahl weiterhilft

Wie deine Wohnung aufgeteilt ist, wiegt nach Einschätzung von Fachleuten mindestens so schwer wie die Zahl der Katzen. Die Aufteilung kannst du selbst gestalten.

Was darunter fällt, gilt für eine Katze so wie für drei. Sichere Plätze auf verschiedenen Höhen, jeder mit zwei Zugängen, damit niemand darin abgeschnitten wird. Futterplätze außer Sichtweite voneinander. Katzentoiletten eher am Rand der Wohnung als im Durchgang und auf jeder Etage. Eine Quadratmeterzahl je Katze nennen die Fachleute dabei nicht, eine Obergrenze für die Zahl der Katzen auch nicht.

Diese Punkte lassen sich vor der Entscheidung umsetzen. Eine Wohnung, die für zwei Katzen taugt, taugt für eine ohnehin. Richte die Wohnung deshalb zuerst her und entscheide danach.

Die Gesellschaft muss keine Katze sein

Gesellschaft kann auch von dir kommen. In einem Versuch, in dem Katzen wählen konnten, entschied sich etwa die Hälfte lieber für die Zuwendung eines Menschen als für Futter oder die übrigen Angebote. Halt diese Zuwendung kurz und häufig. Länger darf es werden, wenn deine Katze selbst angefangen hat.

Erwachsene Katzen spielen weniger miteinander als junge. Die Jagd auf ein Spielzeug bleibt ihnen aber ein Leben lang wichtig. Mit einer Rute kannst du sie übernehmen, indem du den Anhänger wie ein flüchtendes Tier von ihr weg führst.

Lass am Ende jedes Spiels etwas übrig, das sie fangen kann. Beim Laserpointer geht das nicht; nimm ihn höchstens zum Anlocken und beende das Spiel mit einem Spielzeug, das sie greifen kann. Bei Katzen, mit denen oft mit dem Laserpointer gespielt wird, kommen sich wiederholende Verhaltensweisen häufiger vor.

Dazu kommen Futter, das sie sich erarbeiten muss, aus einem Futterspielzeug oder an mehreren Stellen verteilt, und erhöhte Liegeplätze mit Blick nach draußen.

Was zur Einsamkeit bekannt ist

Ob eine Katze allein einsam wird, hat niemand gemessen; es ist eine Einschätzung von Fachleuten. Nach dieser Einschätzung brauchen Katzen nicht zwingend eine Artgenossin. Häufiger als unter dem Alleinsein leiden sie darunter, mit einer Katze zusammenzuleben, zu der sie keine Bindung haben (ausführlich unter Was die Fachleitlinie zur Einsamkeit sagt).

Woran sich der Eindruck von Einsamkeit festmachen lässt, steht auf der Seite dazu.

Zwei Katzen über die Jahre

Die Chance, dass zwei Katzen sich gegenseitig putzen, verglichen mit Paaren unter einem Jahr. Eine Momentaufnahme: Paare, die sich dauerhaft nicht vertragen, werden eher getrennt.

Paare, die seit sieben bis neun Jahren zusammenleben, putzen sich weit häufiger gegenseitig als Paare im ersten Jahr. Paare, die sich dauerhaft nicht vertragen, werden eher getrennt. Ob eine Beziehung mit den Jahren wächst, lässt sich aus der Zahl deshalb nicht sicher ablesen.

Rechne damit, dass die Zusammenführung Wochen bis Monate dauert, bevor sich sagen lässt, ob die beiden miteinander auskommen (mehr unter Rechne in Jahren, nicht in Wochen).

Die Zahlen auf dieser Seite stammen aus großen Befragungen von Katzenhaltern und aus einem Versuch, in dem Katzen zwischen Zuwendung, Futter und anderen Angeboten wählen konnten; die Einzelheiten stehen unter Wie wir arbeiten.

Was du heute noch tun kannst

  1. Schreib in einem Satz auf, warum du über eine zweite Katze nachdenkst. Ob Einsamkeit, ein Verlust oder der Wunsch nach zwei Katzen dahintersteht, führt zu verschiedenen nächsten Schritten; sie stehen auf der Seite Zweite Katze, ja oder nein.
  2. Zähl die sicheren Plätze in deiner Wohnung und prüf bei jedem, ob zwei Wege hinein und hinaus führen. Das ist der Punkt, der für eine Katze so gilt wie für zwei.
  3. Spiel heute zweimal kurz mit ihr und lass am Ende jeder Einheit etwas übrig, das sie fangen kann.

Häufige Nachfragen

Kann man eine Katze überhaupt allein halten?

Ja. Die Fachleute der Leitlinie halten fest, dass Katzen nicht zwingend Gesellschaft brauchen, und führen die Annahme, sie würden allein einsam, als verbreiteten Irrtum auf. Ob eine Katze allein einsam wird, hat niemand gemessen; es ist eine Einschätzung von Fachleuten.

Was die Entscheidung tatsächlich trägt, ist das einzelne Tier: wie es aufgewachsen ist, ob es schon einmal mit Artgenossen gelebt hat und wie das ausging. Der Selbsttest geht Gesundheit, Anlass und Alltag deiner Katze durch und zeigt dir, was vor der Entscheidung geklärt sein sollte.

Zwei Katzen sind doch weniger Arbeit, weil sie sich gegenseitig beschäftigen.

Nur zum Teil. Erwachsene Katzen spielen weniger miteinander als junge, während ihnen die Jagd auf ein Spielzeug ein Leben lang wichtig bleibt. Dafür braucht es einen Menschen mit einer Rute in der Hand; zwei erwachsene Katzen ersetzen diese Einheiten nur teilweise.

Auf der anderen Seite steht der Aufwand, der sicher steigt: Jede Ressource wird zweimal gebraucht und an getrennten Orten aufgestellt. In den Wochen der Zusammenführung kommt ein eigener Ablauf dazu.

Meine Katze ist zehn und war immer allein.

Hat sie gesundheitliche Probleme, sollte im Regelfall keine zweite Katze einziehen. Das ist eine Einschätzung von Fachleuten, gestützt darauf, wie viel bei alten Tieren ohnehin zusammenkommt.

Dazu passt, was über die Auswahl bekannt ist. Zwei reife Tiere und Paare mit großem Altersabstand sind die ungünstigsten Kombinationen von allen, beim Kämpfen wie beim gegenseitigen Putzen.

Kann ich es ausprobieren und die zweite zurückgeben, wenn es nicht passt?

Untersucht ist nur, dass eine kurze Zeit in einer Pflegestelle eine Tierheimkatze nicht stärker belastet als das Tierheim selbst. Ob sich damit vorhersagen lässt, wie sie mit deiner Katze auskommt, bleibt offen.

Frag trotzdem vor dem Einzug, ob das Tierheim ein Probewohnen anbietet und wie eine Rückgabe abläuft.

Wenn es bei euch anders aussieht

Ob jetzt ein guter Zeitpunkt ist

Der kostenlose Selbsttest geht Gesundheit, Anlass und Alltag deiner Katze durch und zeigt dir, was vor der Entscheidung geklärt sein sollte und worauf es bei der Auswahl ankommt. Er kann auch zu dem Ergebnis kommen, dass Warten besser ist.

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