Unsauber, seit die zweite Katze da ist
Presst und es kommt kaum Urin: jetzt die Praxis anrufen
Wenn deine Katze immer wieder aufs Klo geht und kaum oder gar nichts kommt, wenn sie presst oder dabei Laute macht, ruf jetzt deine Tierarztpraxis an. Bei Katern kann eine verstopfte Harnröhre innerhalb von ein bis zwei Tagen lebensbedrohlich werden.
Spannung zwischen Katzen zeigt sich selten als Streit. Katzen tragen Konflikte fast lautlos aus: durch Anstarren, durch Blockieren von Wegen, dadurch dass eine den Raum verlässt, sobald die andere ihn betritt. Das dauert Sekunden und sieht aus wie nichts. Für die Katze, die nicht vorbei darf, ist der Weg so versperrt wie durch eine geschlossene Tür. Liegt das Klo dahinter, macht sie woanders hin.
Warum es ohne Streit nicht harmonisch sein muss
Katzen sind keine Rudeltiere. Sie können ausgezeichnet in Gruppen leben, aber nur, wenn jede genug Ressourcen erreichen kann, ohne den anderen zu begegnen. Wo das nicht möglich ist, entsteht Dauerspannung, ohne dass es je zu einer Auseinandersetzung kommt.
Die Zeichen dafür sind unauffällig. Eine starrt die andere über mehrere Sekunden an. Eine betritt den Raum, die andere verlässt ihn kurz darauf. Eine verbringt auffallend viel Zeit oben auf dem Schrank.
Die Rechnung hinter der Faustregel
Die Faustregel der Leitlinie lautet: eine Toilette mehr als Katzen, mindestens aber zwei. Bei zwei Katzen sind das drei Klos.
Zwei Wannen nebeneinander zählen für eine Katze als ein einziger Ort. Wenn sie im Konfliktfall dieselbe Engstelle passieren muss, um dorthin zu gelangen, hat sie keine Wahl gewonnen. Erst ein Klo an einem zweiten Ort gibt ihr eine echte Wahl. Stell die Klos deshalb so weit auseinander wie möglich, auf eine andere Etage oder ans andere Ende der Wohnung, damit keine der beiden Katzen der anderen den Weg zu allen Klos zugleich versperren kann.
Dasselbe gilt für Futter, Wasser, Schlafplätze und Kratzmöglichkeiten. Alles, was nur einmal vorhanden ist, ist ein potenzieller Engpass.
Markieren oder Unsauberkeit?
Beides kommt in dieser Lage vor. Die Unterscheidung entscheidet über die Maßnahme. Steht die Katze dabei, hebt den Schwanz und gibt kleine Mengen an senkrechte Flächen ab, während sie das Klo weiter normal benutzt, ist es Markieren. Dann geht es darum, dass sie sich dort, wo sie schläft und frisst, nicht mehr sicher fühlt. Mehr Klos allein helfen nicht.
Setzt sie sich hin und gibt normale Mengen auf waagerechte Flächen ab, geht es um Zugang und Ausstattung. Dann hängt am meisten an der Verteilung.
Höhe ist die billigste Vergrößerung
Katzen nutzen Raum dreidimensional. Ein freies Regalbrett, ein leergeräumter Schrank oder ein hoher Kratzbaum schaffen eine zweite Ebene, die für Katzen wie ein eigener Raum zählt. Gleichzeitig entschärft Höhe Konflikte: Eine Katze, die ausweichen kann, muss nicht verhandeln.
Wenn die Zusammenführung erst kurz zurückliegt
Bei einer Zusammenführung, die wenige Wochen alt ist, lohnt der Schritt zurück. Getrennte Bereiche, Geruchsaustausch über Decken, Fütterung beiderseits einer geschlossenen Tür, dann Sichtkontakt über ein Gitter. Rechne dafür mit Wochen.
Was du heute noch tun kannst
- Zähl deine Klos. Katzen plus eins, an verschiedenen Orten. Zwei nebeneinander zählen als eines.
- Zeichne den Grundriss auf und trag Klos, Näpfe, Schlafplätze und die betroffenen Stellen ein. Engpässe springen auf dem Papier sofort ins Auge.
- Schaff eine erhöhte Fläche, ein freies Regalbrett reicht. Das ist die schnellste Entlastung, die du an einem Nachmittag herstellen kannst.
Häufige Nachfragen
Sie liegen manchmal nebeneinander. Kann es dann Spannung sein?
Ja. Räumliche Nähe in entspannten Momenten schließt Konflikte um Ressourcen nicht aus. Es zählt, was passiert, wenn beide gleichzeitig etwas wollen.
Ein verlässlicheres Zeichen als gemeinsames Liegen ist gegenseitiges Putzen und aneinander Reiben. Wo das fehlt, ist die Beziehung meist eine Duldung.
Welche der beiden Katzen macht es?
Das lässt sich ohne Beobachtung selten sicher sagen. Die Vermutung liegt oft falsch. Häufig ist es die zurückhaltende Katze, weil sie ausweicht, statt sich durchzusetzen.
Wer es genau wissen muss: Die Tierarztpraxis kann ein unbedenkliches Kontrastmittel geben, das den Urin unter UV-Licht sichtbar macht. Meist braucht es das aber nicht, weil die Maßnahmen für beide gelten.
Sollte ich die neue Katze wieder abgeben?
In den allermeisten Fällen ist das nicht nötig. Meist geht es um die Ausstattung und nicht um die Chemie zwischen den Tieren.
Sinnvoll ist, die Verteilung ernsthaft zu ändern und der Sache sechs Wochen zu geben. Bleibt es danach unverändert schlimm, gehört der Fall zu einer Fachkraft für Katzenverhalten.
Wenn es bei euch anders aussieht
Zugang oder Sicherheit?
Der Test unterscheidet, ob es um erreichbare Klos und Näpfe geht oder darum, dass sie sich in ihrem eigenen Bereich nicht mehr sicher fühlt.
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