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Deine Katze kratzt an den Möbeln

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Kratzen ist normales Verhalten, strittig ist allein der Ort. Stell mehr Kratzflächen auf. Der größte gemessene Unterschied hängt an ihrer Zahl: Wo mehr als zehn davon stehen, berichtet nur etwa halb so oft jemand von zerkratzten Möbeln wie dort, wo es höchstens sieben sind. Das Material kommt danach, die Höhe danach. Sperr das zerkratzte Möbelstück ein paar Tage lang und belohn sie am Brett. Sprays, Hausmittel und Schimpfen kannst du dir sparen.

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Der Selbsttest geht durch, was bei euch an Kratzflächen steht, wo gekratzt wird und was du bisher versucht hast. Am Ende stehen die Ansatzpunkte, die am besten belegten zuerst.

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Auf dieser Seite: 12 Abschnitte
  1. Warum sie kratzt
  2. Die Zahl der Flächen steht vorn
  3. Erst danach das Material
  4. Wie das Brett aussehen sollte
  5. Standort, Zugang und Belohnung
  6. Ab zehn Jahren
  7. Hausmittel und Sprays
  8. Schimpfen, Wegscheuchen, Wasser
  9. Krallen kürzen, Kappen, Amputation
  10. Wenn sie an vielen Stellen kratzt
  11. Was du selbst festhalten kannst
  12. Häufige Nachfragen

Warum sie kratzt

Beim Kratzen streift eine Katze die äußere Krallenscheide ab, sie dehnt Vordergliedmaßen und Wirbelsäule und hinterlässt eine sichtbare Spur samt Geruch aus den Drüsen zwischen den Zehen. Kratzen gehört zu jeder Katze; der Antrieb dazu ist stark. Ein Haushalt, in dem überhaupt nicht gekratzt wird, ist deshalb kein erreichbares Ziel. Erreichbar ist ein Ortswechsel, weg vom Sofa und hin zu etwas, das sie ebenso gern annimmt.

Die Zahl der Flächen steht vorn

Richte so viele Kratzflächen ein wie Räume, in denen sie sich tagsüber aufhält, mindestens aber zwei mehr als heute. Zähl dabei Objekte, nicht Säulen: Ein Kratzbaum ist eine Fläche, eine Matte ist eine Fläche. Von allen Merkmalen, die in einer Befragung von Haltern verglichen wurden, geht die Anzahl mit dem größten Abstand einher. Wo mehr als zehn Flächen stehen, wird nur etwa halb so oft von zerkratzten Möbeln berichtet wie dort, wo es höchstens sieben sind; wie stark schon wenige mehr wirken, ist nicht eigens gemessen. Material, Höhe und Bauform wirken sich weniger stark aus; von den dreien kommt die Bauform der Anzahl am nächsten.

In der Wohnung einer typischen Katze steht genau ein Kratzobjekt. Zwei schmale Säulen zusammen sind billiger als ein großer Baum und decken zwei Zimmer ab. Fang mit dem Raum an, in dem gekratzt wird, danach mit dem, in dem sie schläft.

Woran diese Zahlen hängen: Sie zeigen, was in Haushalten zusammen auftritt, und ein Haushalt mit einem Kratzproblem kauft oft auch mehr Ausstattung. Die Zahlen geben dir die Reihenfolge; ob eine Maßnahme bei euch wirkt, zeigt die Strichliste danach.

Erst danach das Material

Biete Sisal an, solange sie unter zehn ist. Bis dahin wählen Katzen Sisal am häufigsten, vor Teppich und Pappe, und wo das Lieblingsbrett aus Sisal bestand, meldeten die Halter am seltensten zerkratzte Möbel. Verkauft wird trotzdem überwiegend Teppich. Den Bezugsstoff des Sofas nachzubauen kannst du ausprobieren; in derselben Befragung ging angebotener Stoff allerdings mit mehr Schadensmeldungen einher, also nur mit einer Strichliste daneben.

Wie das Brett aussehen sollte

Links die Höhe, unter der die Hälfte der nachgemessenen Bäume bleibt. Rechts die, ab der Halter seltener von zerkratzten Möbeln berichten. Der Unterschied ist, ob deine Katze sich in voller Länge strecken kann.

Standort, Zugang und Belohnung

Das Brett direkt neben das zerkratzte Möbelstück zu stellen, ist ein verbreiteter Rat, belegt ist er nicht. In den Haushalten mit zerkratzten Möbeln stand bei sieben von zehn bereits ein Brett im selben Raum, oft in Armlänge der Stelle. Probier den Standort ruhig aus, verlass dich aber nicht darauf. Belegt ist beim Standort nur eines: Bei mehreren Katzen gehört eine Fläche in den Bereich jeder Katze.

Sperr den Zugang zum zerkratzten Möbelstück, solange das neue Angebot ankommt. Eine geschlossene Tür oder eine Decke, die auch am Morgen noch über der Ecke liegt, wirken; ein aufgeklebtes Band wirkt nicht. Und belohn sie in dem Moment, in dem die Krallen im Sisal stecken, mit Futter, Lob oder Streicheln. Halter, die das tun, sehen ihre Katze häufiger täglich am Brett. Bleibt das Brett dagegen unbenutzt, steigt das Schadensrisiko deutlich; was dann am Baum zu prüfen ist, steht unter Kratzbaum wird nicht angenommen.

Ab zehn Jahren

Stell einer Katze über zehn ein einfaches senkrechtes Brett mit Teppich hin. In diesem Alter kehrt sich die Materialreihenfolge um: Teppich steht dann vor Sisal, und einfache Bretter werden mehrstöckigen Bäumen vorgezogen. Ab etwa vierzehn Jahren gilt bei der Bauform wieder dasselbe wie bei den jüngeren.

Wenn eine ältere Katze weniger kratzt als früher, ruf in deiner Tierarztpraxis an. Dass Kratzschäden mit dem Alter seltener werden, ist gemessen. Gelenkbeschwerden sind dafür die naheliegende Erklärung, und die kann eine Praxis prüfen.

Hausmittel und Sprays

Spar dir die Sprühflasche. Doppelseitiges Klebeband, Alufolie und Sprühmittel hingen in einer Befragung von Haltern nicht mit dem Kratzverhalten zusammen, in keine Richtung. Für Essig, Zitronenschale, Kaffeesatz und Duftöl gilt dasselbe Prinzip, einzeln untersucht wurde keines davon. Ein Geruch senkt den Antrieb zum Kratzen nicht, er verschiebt den Ort: Am Sofa macht sie zwanzig Zentimeter weiter rechts weiter, an der Wand einen halben Meter. Das Geld für die Sprühflasche liegt besser in einem zweiten Kratzbrett.

Schimpfen, Wegscheuchen, Wasser

Lass das Anschreien und die Wasserflasche weg. In drei Befragungen von Haltern stand dafür kein Nutzen, in einer gingen Zurechtweisung, körperliche Korrektur und Unterbrechen sogar mit mehr zerkratzten Möbeln einher. Angeschrien wird trotzdem in den meisten Haushalten. Die Katze zum Brett zu tragen geht in dieselbe Richtung: Katzen, die hingetragen wurden, nutzten das Brett hinterher seltener. Was stattdessen wirkt, ist die Belohnung am Brett, in dem Moment, in dem die Krallen im Sisal stecken.

Krallen kürzen, Kappen, Amputation

Krallenschneiden und Krallenkappen hatten auf das Verhalten keinen messbaren Einfluss; für die Pflege bleibt das Kürzen sinnvoll. Die Amputation der Zehenendglieder ist in Deutschland nach dem Tierschutzgesetz verboten. Nach dem Eingriff treten Rückenschmerz und Unsauberkeit deutlich häufiger auf, und gebissen wird rund viereinhalbmal so oft.

Wenn sie an vielen Stellen kratzt

Zähl die Stellen, an denen gekratzt wird. Eine Stelle spricht dafür, dass am Angebot etwas fehlt, viele Stellen quer durch die Wohnung sprechen für den Zustand der Katze. Eine Katze, die viel kratzt, tut es an vielen Orten; von allen gemessenen Zusammenhängen ist das der stärkste.

Sieh dann auf das, was daneben läuft. Zusammen mit vielen Stellen traten häufiger auf: ausgeprägte nächtliche Aktivität, Aggressivität, Zerstörungsverhalten und ein Kind im Haushalt. Beim Kind gehören zwei Grenzen dazu: Das Alter der Kinder wurde nicht erfasst, und befragt wurden ausschließlich Haushalte mit einer einzigen Katze.

Kommt zum Kratzen eines dieser Zeichen dazu, gehört der Fall tierärztlich abgeklärt: Urin oder Kot außerhalb des Klos, Angriffe auf Menschen oder andere Katzen, Rückzug, kahl geleckte Stellen im Fell. Dasselbe gilt für einen Befund an Pfote oder Kralle, also eine eingewachsene oder blutende Kralle, Humpeln oder auffälliges Lecken einer Pfote.

Was du selbst festhalten kannst

Halt fest, wie es heute aussieht, bevor du etwas änderst: die Zahl der Kratzflächen in der Wohnung und für jede davon ein Strich pro Tag, an dem du sie benutzt siehst, zwei Wochen lang. Eindrücke täuschen: In einer Untersuchung mit einem Duftverdampfer berichteten auch zwei von drei Haltern eine Besserung, deren Gerät gar keinen Wirkstoff enthielt. Der Bogen dafür steht unter Kratzflächen-Karte.

Nach zwei Wochen: Hat die neue Fläche Striche bekommen und das Möbelstück keine neuen Spuren, bleib dabei. Hat sich nichts bewegt, stell die nächste Fläche auf; bleibt eine neue Fläche ganz ohne Strich, geh die fünf Prüfpunkte unter Kratzbaum wird nicht angenommen durch. Kommen Urin oder Kot außerhalb des Klos, Angriffe, Rückzug oder kahl geleckte Stellen dazu, mach einen Termin in der Tierarztpraxis.

Was du heute noch tun kannst

  1. Zähl deine Kratzflächen und schreib die Zahl auf. Alles mitzählen, was sie benutzen darf, also auch die Matte im Flur. Diese eine Zahl ist der größte Ansatzpunkt, den die Daten hergeben.
  2. Fotografier die zerkratzte Stelle, mit einem Gegenstand daneben, der die Größe zeigt, und kleb einen Streifen an die obere Kante der Spur. In zwei Wochen siehst du daran, was dazugekommen ist.
  3. Stell heute eine neue Fläche in den Raum, in dem gekratzt wird. Zwei schmale Säulen decken zwei Zimmer ab und kosten zusammen weniger als ein großer Baum; das Ziel ist eine Fläche je Raum, den sie nutzt, mindestens aber zwei mehr als jetzt.
  4. Sperr das Zielobjekt für ein paar Tage, mit einer geschlossenen Tür oder einer übergeworfenen Decke, während das neue Angebot ankommt.

Häufige Nachfragen

Hilft doppelseitiges Klebeband?

Weder für Klebeband noch für Alufolie oder Sprühmittel zeigte sich ein Zusammenhang mit dem Kratzverhalten. Sie machen eine Stelle unangenehm und ändern am Bedürfnis nichts. Sperr stattdessen den Zugang, mit einer geschlossenen Tür oder einer Decke über der Stelle.

Sie kratzt erst, seit die zweite Katze da ist.

Wie viele Katzen im Haushalt leben, machte in zwei Befragungen keinen Unterschied. Was zählt, ist die Verteilung: Kratzflächen, Klos, Näpfe und Schlafplätze so aufstellen, dass keine Katze an der anderen vorbeimuss.

Achte dabei auf die geräuschlosen Zeichen: Anstarren über längere Zeit, Liegen im Türrahmen, Warten am Napf. Sie sagen mehr über die Lage aus als ein Fauchen ab und zu.

Wie lange dauert es, bis sie umlernt?

Dazu gibt es keine belastbare Angabe. Ein Protokoll zur schrittweisen Umlenkung vom Sofa auf das Brett ist nie in einer Untersuchung geprüft worden. Die Fristen, die im Netz kursieren, stammen aus Ratgebertexten ohne Quelle.

Was du tun kannst: Foto und Zählung als Ausgangswert, dann eine Änderung, dann weiterzählen.

Was passiert bei euch?

Klick auf das, was am ehesten zutrifft. Jede dieser Seiten erklärt genau ihren Fall und hat den Test eingebaut.

Sie kratzt am SofaDas häufigste Ziel; was am Polster hilft und was das Sofa schützt. Sie kratzt die TapeteWände und Türrahmen: schützen, ausbessern, umlenken. Der Baum bleibt unbenutztFünf Prüfpunkte, wenn sie ihn gar nicht anrührt. Sie kratzt den TeppichAm Boden arbeitet sie waagerecht; das ändert die passende Fläche. Welcher Kratzbaum?Die Merkmale, auf die es ankommt, und der Einkaufszettel. Die Kratzflächen-KarteAufschreiben, was ihr anbietet und was sie nutzt. Die SchadenskarteWo sie kratzt, worauf und in welche Richtung.

Welcher Schritt bei euch der erste ist

Der kostenlose Selbsttest nimmt auf, was an Kratzflächen steht, wo gekratzt wird und was du schon versucht hast. Am Ende stehen die Maßnahmen, die am besten belegten zuerst.

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