Deine Katze pinkelt seit dem Umzug
Presst und es kommt kaum Urin: jetzt die Praxis anrufen
Wenn deine Katze immer wieder aufs Klo geht und kaum oder gar nichts kommt, wenn sie presst oder dabei Laute macht, ruf jetzt deine Tierarztpraxis an. Bei Katern kann eine verstopfte Harnröhre innerhalb von ein bis zwei Tagen lebensbedrohlich werden.
Für eine Katze ist ein Zuhause ein Netz aus Gerüchen. Beim Umzug bleibt jeder vertraute Duftpunkt zurück. In der neuen Wohnung riecht alles nach fremden Menschen und deren Tieren. Urin an neuen Stellen ist in dieser Lage oft der Versuch, die fremde Wohnung mit dem eigenen Geruch zu belegen. Dieser Fall legt sich meist wieder, wenn du in den ersten Wochen ein paar Dinge beachtest.
Was der Umzug für die Katze ändert
Katzen orientieren sich stark über Geruch. Sie hinterlassen beim Streichen an Möbeln und Türrahmen Duftstoffe aus Drüsen im Gesicht. Diese Punkte bilden mit der Zeit ein Netz, das ihnen sagt: hier bin ich zu Hause, hier ist es sicher. Ein Umzug löscht dieses Netz vollständig.
Dazu kommt, dass die neue Wohnung nicht neutral ist. Sie riecht nach den Vormietern, oft nach deren Hund oder Katze. Aus Sicht deiner Katze zieht sie in ein fremdes Revier.
Warum es trotzdem oft am Klo liegt
Beim Umzug ändert sich mehr als nur die Adresse. Das Klo steht an einem anderen Platz, oft im Bad, weil es dort am wenigsten stört. Der Weg dorthin ist neu und führt vielleicht an der Waschmaschine vorbei, die unvermittelt anspringt. Manchmal wird beim Einzug gleich noch die Streu gewechselt oder ein neues, schöneres Klo gekauft.
Jede dieser Änderungen kann für sich allein reichen, zusammen erklären sie oft mehr als die neue Wohnung selbst. Und sie lassen sich an einem Nachmittag beheben.
Wie lange es normalerweise dauert
Die meisten Katzen brauchen zwei bis sechs Wochen, um in einer neuen Wohnung anzukommen. In dieser Zeit sind einzelne Vorfälle nicht ungewöhnlich. Was nach sechs Wochen noch besteht, löst sich in der Regel nicht mehr von selbst. Dann hält etwas anderes das Verhalten aufrecht.
Wichtig ist die Richtung: Werden die Abstände zwischen den Vorfällen größer, läuft die Eingewöhnung. Bleiben sie gleich oder werden kürzer, wirkt etwas anderes mit.
Was die Eingewöhnung tatsächlich beschleunigt
Fang mit einem Raum an. Ein einzelner Raum mit allem, was sie braucht, ist am Anfang besser als die ganze Wohnung. Von dort aus erweitert sich das Gebiet von selbst, sobald sie sich sicher fühlt.
Nimm vertraute Gegenstände ungewaschen mit: Decken, Kratzbaum, Korb. Der Kratzbaum ist dabei der wichtigste, weil er beim Kratzen Duft abgibt und damit den ersten Punkt des neuen Netzes setzt. Ein frisch gekaufter Kratzbaum leistet das nicht.
Stell in den ersten Wochen ein zusätzliches Klo in den Raum, in dem sie sich am meisten aufhält, weil sie den Weg durch die neue Wohnung noch nicht kennt.
Die Stellen richtig sanieren
In einer neuen Wohnung ist das besonders wichtig, weil sich das Muster gerade erst bildet. Jede Stelle, die nach Urin riecht, wird zu einem festen Ort, an den sie zurückkehrt. Nimm ein enzymhaltiges Waschmittel, als zehnprozentige Lösung in Wasser, und arbeite es in die Fläche ein; ein Enzymreiniger für Katzenurin aus dem Zoohandel tut dasselbe. Lass die Stelle vollständig trocknen und wisch dann mit Isopropylalkohol aus der Apotheke nach. Nimm nichts mit Ammoniak: Es riecht für Katzen nach Urin und macht die Stelle attraktiver.
Was du heute noch tun kannst
- Stell ein zusätzliches Klo auf, in dem Raum, in dem sie sich am meisten aufhält. Such dafür einen Platz, von dem aus zwei Wege wegführen.
- Hol den alten Kratzbaum zurück, wenn er beim Umzug aussortiert wurde und noch im Keller oder bei jemandem steht. Er ist der schnellste Weg zu vertrautem Geruch.
- Schreib ab heute mit, wann und wo etwas passiert, sechs Wochen lang. So siehst du, ob die Abstände größer werden. Sind sie nach sechs Wochen größer geworden, läuft die Eingewöhnung; bleib dabei. Bleiben sie gleich oder werden kürzer, hält etwas anderes das Verhalten aufrecht: Prüf das Klo und die Stellen noch einmal und lass deine Katze tierärztlich untersuchen, falls das noch nicht geschehen ist. Geht sie immer wieder aufs Klo und kommt kaum etwas, ruf sofort in der Praxis an.
Häufige Nachfragen
Sollte ich sie am Anfang einsperren?
Einen Raum als Rückzugsort anzubieten ist sinnvoll, mit Futter, Wasser, Klo und einem erhöhten Platz. Für sie ist das ein überschaubarer Bereich, den sie schnell zu ihrem macht.
Die Tür sollte offen sein, sobald sie sich dort sicher bewegt. Erzwungene Enge erhöht die Anspannung, die bei diesem Problem oft Teil der Ursache ist.
Hilft es, Sachen der Vormieter zu entfernen?
Wo es geht, ja. Teppichböden und Fußleisten halten Geruch lange. Hat dort eine fremde Katze gelebt, riecht deine das noch Monate später.
Eine gründliche Reinigung mit enzymhaltigem Waschmittel an den bodennahen Stellen ist deshalb sinnvoll, besonders in den Ecken und entlang der Leisten.
Es ist schon drei Monate her und wird nicht besser.
Dann hat der Umzug es ausgelöst, aber inzwischen hält etwas anderes es aufrecht. Am häufigsten sind es die Ausstattung des Klos, eine unsanierte Stelle oder eine körperliche Ursache.
Spätestens jetzt gehört eine tierärztliche Abklärung dazu, falls sie noch nicht stattgefunden hat.
Wenn es bei euch anders aussieht
Eingewöhnung oder eigenes Problem?
Der Test unterscheidet, ob der Umzug noch nachwirkt oder ob etwas anderes das Verhalten hält.
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