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Deine Katze ist nicht mehr stubenrein

Zuerst das Wichtigste

Presst und es kommt kaum Urin: jetzt die Praxis anrufen

Wenn deine Katze immer wieder aufs Klo geht und kaum oder gar nichts kommt, wenn sie presst oder dabei Laute macht, ruf jetzt deine Tierarztpraxis an. Bei Katern kann eine verstopfte Harnröhre innerhalb von ein bis zwei Tagen lebensbedrohlich werden.

Zum kostenlosen Selbsttestetwa 5 Minuten

Eine Katze wird kaum je stubenrein erzogen, sie bringt die Gewohnheit mit. Kätzchen scharren von sich aus in lockerem Material. Den Ort übernehmen sie im Wurf von der Mutter. Wenn eine erwachsene Katze das aufgibt, hat sich eine Bedingung geändert. Davon gibt es überschaubar viele. Die erste Frage lautet deshalb, was du findest. Beim Urin kommen drei Richtungen infrage, der Körper, das Klo samt Weg dorthin und das Markieren. Beim Kot sind es zwei, weil Katzen mit Urin markieren und mit Kot so gut wie nie.

Kostenloser Selbsttest etwa 5 Minuten

Der Selbsttest trennt Urin und Kot, geht die medizinischen Zeichen durch und sortiert danach das Klo-System, den Weg dorthin und die Auslöser im Haushalt.

Was findest du außerhalb des Klos?

Ohne Anmeldung. Das Ergebnis siehst du sofort, ohne deine E-Mail-Adresse anzugeben.

Auf dieser Seite: 12 Abschnitte
  1. Zuerst: Urin oder Kot
  2. Urin: drei Richtungen
  3. Kot: zwei Richtungen
  4. Wenn es plötzlich angefangen hat
  5. Was Wasser damit zu tun hat
  6. Nach der Kastration
  7. Nach dem Umzug
  8. Der Anlass hört auf, die Gewohnheit läuft weiter
  9. Wenn eine zweite Katze dazugekommen ist
  10. Bei einer Katze über zehn
  11. Was sechs Wochen auf dem Papier zeigen
  12. Häufige Nachfragen

Zuerst: Urin oder Kot

Beides landet außerhalb des Klos, im Alltag heißt beides dasselbe. Fachlich sind es zwei Fälle mit zwei verschiedenen Ursachenlisten; sie zu trennen ist deshalb der erste Schritt.

Das liegt am Markieren: Eine Katze markiert mit Urin und so gut wie nie mit Kot. Kotmarkieren gibt es, bei Hauskatzen kommt es selten vor und sieht anders aus: offen platziert, oft erhöht oder an einer Grenze, ohne Verscharren.

Beim Kot bleiben damit zwei Fragen übrig, die nach dem Klo und die nach dem Darm. Beim Urin kommt eine dritte dazu. Sie verlangt andere Maßnahmen als die beiden anderen.

Schreib deshalb ab heute mit, was du wo findest: Urin oder Kot, Datum, Raum, Untergrund. Mit diesen vier Angaben kannst du später entscheiden, welcher der Wege unten für euch gilt, und nach sechs Wochen zählen, ob es weniger geworden ist.

Urin: drei Richtungen

Der Körper. Eine Entzündung der unteren Harnwege tut beim Urinieren weh. Die Katze verknüpft den Schmerz mit dem Ort, an dem er auftritt. Das Klo wird damit zum Auslöser. Das Verhalten bleibt oft bestehen, auch wenn die Entzündung längst behandelt ist. Dazu kommen Blasensteine, eine beginnende Nierenerkrankung und Diabetes, bei älteren Tieren außerdem eine überaktive Schilddrüse. Die letzten drei gehen mit deutlich mehr Trinken und größeren Urinmengen einher.

Das Klo und der Weg dorthin. Größe, Deckel, Streu, Sauberkeit, dazu Zahl und Verteilung. Und die Strecke: ein enger Flur, eine Treppe, eine Waschmaschine, die im falschen Moment anspringt. Zwei Wannen nebeneinander zählen dabei als ein einziger Ort.

Das Markieren. Kleine Menge an einer senkrechten Fläche, etwa auf Höhe des Katzenrückens, die Katze steht dabei mit aufgerichtetem Schwanz und benutzt ihr Klo parallel ganz normal weiter. Ein zusätzliches Klo hilft hier wenig. Was zählt, ist der Auslöser. Der steht meistens vor dem Fenster oder wohnt im selben Haushalt.

Kot: zwei Richtungen

Das Klo. Für Kot braucht eine Katze mehr Platz als für Urin, weil sie sich dreht, die Stelle sucht und danach zuscharrt. In einer knappen Wanne geht das ohne Wandberührung schlecht. Viele Katzen trennen außerdem Urin und Kot räumlich. Ist das einzige Klo bereits belegt, weicht der Kot nach draußen aus.

Der Darm. Bei Durchfall oder Verstopfung ist die Kontrolle über den Zeitpunkt eingeschränkt. Verstopfung wiegt dabei schwerer, weil sie wehtut und die Katze den Schmerz mit dem Klo verknüpft. Sehr harte kleine Kugeln sprechen für Verstopfung, breiiger oder flüssiger Kot für Durchfall. Beides zusammen mit Pressen im Klo ist ein Grund für einen zeitnahen Termin.

Der ausführliche Weg durch diesen Fall steht unter Katze kotet in die Wohnung.

Wenn es plötzlich angefangen hat

Ein plötzlicher Beginn bei einer Katze, die es jahrelang anders gemacht hat, ist das deutlichste Zeichen dafür, dass zuerst der Körper abgeklärt gehört. Was in der Praxis dazugehört, steht unter Katze pinkelt plötzlich in die Wohnung.

Bitte dabei um ein Röntgenbild des unteren Harntrakts und nicht um ein Antibiotikum auf Verdacht. Steine stecken hinter etwa jedem sechsten Fall, ein bakterieller Infekt bei einer sonst gesunden erwachsenen Katze so gut wie nie.

Am häufigsten zeigt die Untersuchung am Ende gar keine fassbare Ursache. Fachlich heißt dieser Fall feline idiopathische Zystitis. Dann lässt sich am meisten am Klo-System, an den Wegen und an der Ruhe im Haushalt ändern.

Wenn du zu Hause Urin auffangen kannst, bring ihn zügig hin. Die Probe sollte innerhalb einer Stunde ausgewertet werden. Kühlen ersetzt die Eile dabei nicht. In einer gekühlten Probe fallen Kristalle aus, die in der Blase gar nicht vorhanden waren. Im Befund steht dann ein Fund, den es so nie gab.

Was Wasser damit zu tun hat

Stell mehrere Wasserstellen in der Wohnung auf, an ruhigen Orten und mit Abstand zum Futternapf. Die Fachempfehlungen halten fest, dass eine höhere Wasseraufnahme bei allen Formen der Erkrankung im unteren Harntrakt wahrscheinlich nützt.

Viele Katzen trinken ungern direkt neben dem Fressplatz. Ein zweiter Napf im Wohnzimmer oder ein Trinkbrunnen im Flur kostet wenig. Bei einer Katze, die schon einmal Harnwegszeichen hatte, gehört dieser Handgriff zu den lohnenderen.

Nach der Kastration

Hier werden zwei verschiedene Dinge oft zusammengeworfen. Das eine ist der Kater, der weiter markiert. Sein Hormonspiegel fällt innerhalb weniger Wochen, das eingespielte Verhalten braucht länger. Ein Teil der Tiere behält es dauerhaft bei. Nachzulesen unter Kater markiert trotz Kastration.

Das andere ist die Katze, die nach dem Eingriff neben das Klo geht. Dahinter steckt selten das Hormon. Häufiger sind es die Umstände: ein Tag in der Klinik, ein Wundschmerz beim Hinhocken, ein Kragen, der beim Einsteigen an der Wanne hängen bleibt. Dazu eine Katze, die nach der Rückkehr für ihre Mitbewohner fremd riecht.

Für die ersten Wochen nach einer Operation heißt das praktisch: eine flache Wanne ohne hohen Rand und ein Klo in unmittelbarer Nähe ihres Liegeplatzes. In einem Haushalt mit mehreren Tieren kommt der Klinikgeruch dazu, der eine eingespielte Beziehung für ein paar Tage stören kann.

Nach dem Umzug

Für eine Katze ist ein Zuhause ein Netz aus Duftpunkten, die sie beim Streichen an Möbeln und Türrahmen selbst gesetzt hat. Ein Umzug löscht dieses Netz vollständig. Die neue Wohnung riecht dazu nach den Vormietern und oft nach deren Tieren.

In den zwei bis sechs Wochen, die das Ankommen üblicherweise dauert, gehören einzelne Vorfälle dazu. Die Richtung sagt dabei mehr als die Zahl. Werden die Abstände zwischen den Funden größer, läuft die Eingewöhnung. Bleiben sie gleich oder werden sie kürzer, wirkt etwas anderes mit. Der ganze Ablauf steht unter Katze pinkelt nach dem Umzug.

Beim Umzug ändert sich mehr als die Adresse. Das Klo steht an einem neuen Platz, der Weg dorthin ist unbekannt. Häufig wird beim Einzug gleich noch die Streu gewechselt oder eine schönere Wanne gekauft. Jede dieser Änderungen kann für sich allein der Grund sein.

Der Anlass hört auf, die Gewohnheit läuft weiter

An diesem Punkt bleiben viele Fälle hängen. Er erklärt zwei Beobachtungen auf einmal: warum die Kastration das Markieren selten sofort beendet, sowie warum eine Katze nach dem Umzug bei ihrer Stelle bleibt, obwohl sie sich längst eingelebt hat.

Der Anlass hört auf, das Verhalten läuft weiter. Deshalb reicht es selten, nur den Auslöser abzustellen.

Ein Verhalten, das ein paar Wochen lang funktioniert hat, trägt sich selbst weiter. Dazu kommt der Geruch. Solange eine Stelle nach Urin riecht, bleibt sie für deine Katze ein Ort, an den sie zurückkehrt.

Deshalb gehören zwei Dinge zusammen: den Auslöser abstellen und die Stellen sanieren. Nimm ein enzymhaltiges Waschmittel, als zehnprozentige Lösung in Wasser, und arbeite es in die Fläche ein; ein Enzymreiniger für Katzenurin aus dem Zoohandel tut dasselbe. Lass die Stelle vollständig trocknen und wisch dann mit Isopropylalkohol aus der Apotheke nach. Nimm nichts mit Ammoniak: Es riecht für Katzen nach Urin und macht die Stelle attraktiver.

Wenn eine zweite Katze dazugekommen ist

Spannung zwischen Katzen zeigt sich als Ausweichen und selten als Streit. Die Zeichen sind geräuschlos: langes Anstarren, Liegen im Türrahmen oder auf der Treppe, Warten am Napf, bis die andere weg ist. Achte auf diese Zeichen, auch wenn die beiden nie laut aneinandergeraten.

Für das Klo heißt das: Es geht um die Verteilung. Zwei Wannen nebeneinander sind aus ihrer Sicht ein Ort. Führt der Weg dorthin an einer Engstelle vorbei, ist er für die zurückhaltendere Katze zeitweise gesperrt. Was daraus folgt, steht unter Eine wird unsauber, seit die neue da ist.

Bei einer Katze über zehn

In diesem Alter steht der Körper an erster Stelle, wobei mehrere Ursachen gleichzeitig der Normalfall sind. Arthrose macht den Einstieg in die Wanne schmerzhaft, eine Nierenerkrankung erhöht die Urinmenge, und der Schilddrüsenwert gehört ab acht Jahren in die regelmäßige Kontrolle.

Die Fachleitlinie hält ausdrücklich fest: Wiederholte Episoden haben nicht zwingend dieselbe Ursache. Eine Katze, die als junges Tier eine idiopathische Blasenentzündung hatte, kann als Seniorin mit denselben Zeichen etwas anderes haben.

Für eine alte Katze steht damit eine neue Abklärung an und keine Wiederholung der alten Diagnose.

Was sechs Wochen auf dem Papier zeigen

Aufgeschrieben lässt sich am Ende zählen, ob es weniger geworden ist, auch wenn zwischendurch ein Fund kam.

Trag deshalb jeden Fund ein: Datum, Uhrzeit, Raum, Untergrund, geschätzte Menge, dazu ob es Urin oder Kot war. Der Bogen dafür steht unter Protokoll zum Ausdrucken. Nach sechs Wochen beantwortet er zwei Fragen, für die es sonst nur Vermutungen gibt: ob die Abstände größer werden und ob die Funde sich auf eine einzige Stelle beschränken, statt über mehrere Räume verteilt zu liegen. Beides ist Fortschritt, auch wenn die Zahl der Funde gleich bleibt.

Zeigt der Bogen nach sechs Wochen eines von beiden, bleib dabei. Sind die Stellen dagegen mehr geworden, zählt das vor den anderen Angaben, auch wenn die Abstände größer geworden sind. Dann prüf zuerst, ob wirklich alle Stellen saniert sind, und lass deine Katze tierärztlich untersuchen, falls das noch nicht geschehen ist; dasselbe gilt, wenn sich gar nichts bewegt hat. Geht sie immer wieder aufs Klo und kommt kaum etwas, ruf sofort in der Praxis an.

Was du heute noch tun kannst

  1. Halt fest, was du gefunden hast: Urin oder Kot, Datum, Raum, Untergrund. Diese vier Angaben entscheiden, welcher Weg für euch gilt.
  2. Stell ein zusätzliches Klo auf, an einem anderen Ort als das bisherige, offen, mit niedrigem Einstieg. Es kostet wenige Euro und ersetzt eine Menge Spekulation.
  3. Mach einen Termin, wenn der Beginn plötzlich war oder deine Katze über zehn ist. Wenn du an eine Urinprobe kommst, bring sie innerhalb einer Stunde hin.
  4. Sanier die Stellen richtig, mit Waschmittellösung, Trocknen und Alkohol, wie oben beschrieben, und ohne Ammoniak.

Häufige Nachfragen

Kann eine Katze die Stubenreinheit wieder verlernen?

Gelernt im engeren Sinn hat sie es nie. Kätzchen scharren von sich aus in lockerem Material, den Ort übernehmen sie im Wurf. Was sich ändern kann, sind die Bedingungen: Schmerz beim Urinieren, ein Klo, das aus ihrer Sicht nicht mehr taugt, ein Weg, der zeitweise blockiert ist.

Deshalb führt die Suche nach dem Erziehungsfehler in die Irre. Die Frage, die weiterhilft, lautet: Was war vor vier Wochen anders als heute? Häufig steht die Antwort in einer Kleinigkeit, etwa einer neuen Streu oder einem verschobenen Schrank.

Hilft es, sie ins Klo zu setzen?

Hineinsetzen und festhalten wirkt gegen das Ziel, weil die Katze das Klo dann mit Zwang verbindet. Wenn eine Katze das Klo bereits meidet, verstärkt das die Vermeidung.

Was in dieselbe Richtung zielt und funktioniert: das Klo attraktiver machen. Frische Streu von mindestens drei Zentimetern, täglich gereinigt, an einem ruhigen Ort mit zwei Wegen hinaus. Eine Katze, die freiwillig hineingeht, bleibt eher dabei.

Sie geht mal ins Klo und mal daneben. Was heißt das?

Ein Klo, das teilweise weiter benutzt wird, spricht gegen eine grundsätzliche Ablehnung. Häufig geht es dann um Kapazität oder um den Zeitpunkt: Das Klo war belegt, es war voll, oder der Weg dorthin war gerade besetzt.

Aufschlussreich ist die Aufteilung. Urin ins Klo und Kot daneben deutet auf zu wenig Platz in der Wanne oder auf das Bedürfnis, beides zu trennen. Ein zweites Klo an einem anderen Ort löst genau diesen Fall oft innerhalb weniger Tage.

Wie lange dauert es, bis das aufhört?

Wenn eine körperliche Ursache behandelt wird, verschwindet das Verhalten häufig innerhalb von ein bis zwei Wochen. Bleibt es darüber hinaus, wirkt meist noch etwas anderes mit, oft die Gewohnheit selbst oder eine Stelle, die weiterhin riecht.

Nach einem Umzug sind zwei bis sechs Wochen üblich. Was nach sechs Wochen unverändert weitergeht, löst sich selten von allein; dann hält etwas anderes das Verhalten aufrecht.

Wenn es bei euch anders aussieht

Welcher der Wege bei euch gilt

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